19 - Alles verboten

März 20th, 2007 by St.Kleinkrieg

Und wie es losging!

Ich erspare, Dir lieber Leser, jetzt die verschiedenen Gespräche die im Auffangraum unter den Anwesenden geführt wurden und werde mich damit begnügen, nur die herausragensten Ereignisse, die zum Fortgang dieser Geschichte gehören, zu berichten.

zuhauseAls erstes kam ein Beauftragter der Bundesregierung an mein Bett und gratulierte mir zum Sieg, zur neuen Bauchspeicheldrüse und zum Altersruhesitz in der Altenkünstlerkolonie „Git. Elek“ Er holte dann verschiedene Papiere hervor die ich unterzeichnen musste. Das waren im einzelnen, ein Vertrag in dem ich mich verpflichtete, mit meiner Band „Extrabreit“ Gastspiele im In- und Ausland zu absolvieren.

Eine Gagenverzichtserklärung. Das war nichts Neues, weil bei den Breiten der Vergangenheit, auch stets der Verzichts im Vordergrund stand.

„Wer wird denn vom Geld reden, wenn es um Musik geht!“ sagte einer unsere Manager immer, bevor er sich mit einer nicht unerheblichen Summe aus dem Staub machte. Also alles blieb beim Alten. Nur diesmal gleich per Vertrag!

Eine Alkoholverzichtserklärung, denn das Botoxgas vertrug sich nicht mit Alkohol. Das fiel mir schwer, denn die entspannende Wirkung der westlichen Kulturdroge, hatte ich mein ganzes Leben geschätzt und auch keine Probleme damit gehabt. Eher ohne.

Dann noch einige Ernährungsvorschriften, bezüglich Cholesterin. Alles das unterschrieb ich leichtfertig und dachte mir dabei, “Ihr könnt mich mal!“ Aber der Beamte der Regierung schockte mich, indem er sagte:

„ Und denken Sie nicht, Sie könnten uns hintergehen, Herr Kleinkrieg. Wir haben vorgesorgt und verstehen es unsere Investitionen zu schützen. Während Ihrer Generalüberholung wurde Ihnen nicht nur der Botoxriffelschlauch für die Konditionsstütze implantiert, sondern auch ein Frühwarnsystem, das unmittelbar mit dem Zentralcomputer der Hauptstelle,
„Ehemalige Gaukler, Künstler, Komödianten und Kapellenmusiker“ kommuniziert. Also, reißen Sie sich zusammen und nutzen Sie diese einmalige Changse für sich und tragen Sie etwas dazu bei das diese Welt lebenswerter wird. Bei Missbräuchlichem Genuss von Alkohol oder Tabak, kann von der Zentrale aus, eine lebensbeendende Maßnahme eingeleitet werden, denken Sie daran! Keine Mätzchen !! Ich wünsche Ihnen viel Erfolg!“

Sprachs und verließ meine Bettstatt, um sich Bubi zuzuwenden.

Ich sah wie er die gleichen Papiere die er auch mir vorgelegt hatte nun dem amputierten Bubi zukommen ließ und ihn weiter instruierte.

„Wirst sehen, Stefan, alles wird so werden wie du es immer geliebt hast. Wir werden die unsterblichen Lieder in ausverkauften Hallen spielen und immer auf Tour sein. Wenn wir nach Hause kommen hast du dein Zimmer in der „Git. Elek“ Altenkolonie und du wirst glücklich sein. Das Botoxgas garantiert dir ein Beschwerdefreies und schmerzloses Leben und nach einer Zeit wirst du den Alkohol und die Zigaretten gar nicht mehr vermissen, nein; du wirst zum erstenmal in deinem Leben, ein nützliches Kettenglied in der großen Geschichte der Menschheit sein und durch deine Arbeit helfen das Ansehen der Alten in der Öffentlichkeit zu verbessern. Ganz zu schweigen von den Gagen die sofort der Rentenkasse zugeführt werden. Ja, jetzt wo alle dachten , es ist aus; fängt es erst an! Ist das nicht großartig?“

Lars Larsson strahlte nach dieser Predigt über das ganze Gesicht und hob die Arme weit ausgestreckt, mit den Handflächen himmelwärts, schloss die Augen und wandte auch sein Gesicht nach oben. Es sah aus als würde er ein Dankgebet zum Himmel schicken.

auch verbotenIch drehte mich in meinem Bett herum und ließ einen fahren.

„Stefan, kuck mal!“

Es war Bubi der auf mich zukam, etwas unbeholfen, aber doch aufrecht gehend. Er grinste über das ganze Gesicht und hob das Hosenbein seiner Schlafanzughose so das ich das mattschimmernde Metal seiner Prothesen sehen konnte. Er sagte:

„Die sind aus einem Metal gefertigt, das aus einem auf der Erde aufgeschlagenen Meteoriten gewonnen wurde. Es ist elastischer als alles was wir hier kennen und ich bin 10 Zentimeter größer geworden. Ich freue mich auf die Zukunft, ich glaube sie wird wunderbar!“

Ich zog die Decke über mein Gesicht und roch meinen eigenen Furz, das war mir im Moment angenehmer.

Fortsetzung folgt

One Response to “19 - Alles verboten”

  1. Pogo 1104 meint:

    Ein Freund schrieb einst:
    “The happy scalpel will light up your life”
    und
    “Dr. Goodluck is waiting
    he’ll make it okay”

    auf jeden Fall wird es immer schöner – unterschreib mal schön alles, damit ich Dich auch später noch LIVE erleben kann ;-)

    Falls ich aber auch mal vor einem Biff Havaii stehe, hoffe ich, dass er eben so gut mit den Freunden des guten Geschmacks verfährt, wie er es bei Dir getan hat.

    Also: hoch die Botoxine und tief Luftholen auf die nächsten 70 Jahre Extrabreit.

    Pogo 1104

Gib Deinen Senf dazu

You must be logged in to post a comment.


stats7598