18 - Im Aufwachraum

März 17th, 2007 by St.Kleinkrieg

ein Alptraum als Fortsetzungsroman

„Kuckuck; ah, da ist er ja wieder!“

Weiß der Henker von wem diese Erkenntnis ausgesprochen wurde, aber in der Tat, ich war wieder da. Etwas benommen, aber doch in besserer Verfassung, als ich selber für möglich gehalten hätte. Ich lag in einem Krankenhausbett mit blütenweißen Lacken und das Bett stand in dem mir schon bekannten Auffangraum , wo ich Bubi wiedergetroffen hatte.

Der Raum war voller Leute und ich begann mich ganz allmählich zu orientieren. Ich sah den Juhnke, die Knef, Biff Kravallo, Rolf Möller und seine Sekretärin und zu meiner großen Überraschung waren auch Lars Larson und Tobias Schacht, aka, Der Junge mit der Gitarre anwesend. Neben meinem Bett stand das Bett von Bubi, der seinen Kopf aufstützend zu mir rübersah und grinste.

„Na, Kollege, da haben wir aber noch mal Schwein gehabt, was? He, he, he ,he !

Bubi The NoiseIhm schien es sehr viel besser zu gehen als bei unserem letzten Zusammentreffen. Er hatte schon wieder die altbekannte, tröttende, nervenzerfetzende Barney Geröllheimer Lache aufgelegt, die mir während unserer Extrabreit Zeit so schwer zu schaffen machte.

„Hallo Bubi, seid wann bin ich denn hier?“ waren meine ersten unsicheren Worte.

„Na ja, sie haben dich operiert und dann bist du 10 Tage in einem künstlichen Koma gelegen, wo sie dich generalüberholt haben.“

„Was; 10 Tage!?“ Ich war außer mir.

„Das gibt es doch gar nicht, ich bin wohl nur noch ein Spielball in dieser abgefuckten Scheißwelt, was? Ich will sofort entsorgt werden, ich habe keine Böcke mehr hier von einer Scheiße in die nächste zu tappen. Leckt mich am Arsch, alle!“

„Ruhig, mein Lieber, nich` wahr, das ist mehr als normal das du jetzt ein bisschen von der Rolle bist. Die Aufregung, das ist normal, in deinem Alter. Aber das Gas wird da auch Abhilfe schaffen.“

Es war der Professor Brune, der jetzt wie aus dem Nichts aufgetaucht war und in seinem weißen Kittel am Fußende meines Bettes Aufstellung bezogen hatte.

„Gas?“ fragte ich ungläubig.

Er zeigte mit seiner rechten Hand in Höhe seines Kragens auf seinen Hals und nickte in meine Richtung. Ich tastet an meinem Hals und bemerkte das ich da einen Riffelschlauch implantiert bekommen hatte. Ich folgte dem Teil und fand unter der Bettdeck die dazugehörige Stahlflasche mit Schraubradverschluss. Jetzt war ich also auch einer dieser Zombies geworden.

Ein lebender Leichnam, ein Untoter der Unterhaltungsindustrie, eine Künstlerruine, nur noch gut für den Blutrausch der proletarischen Masse: Die Todgeweihten grüßen Dich!

„Alles wird ganz prima werden, Stefan; ich freue mich dir deine Aufenthaltsgenehmigung für die Altenkünstlerkolonie „Git. Elek.“ übereichen zu dürfen und dir ,lieber Bubi, natürlich auch. Ich wünsche euch, jetzt da ihr für ein besseres Leben konditioniert seid, eine schöne Restlebenszeit und natürlich in unserer gemeinsamen Unternehmung; Viel Erfolg! Bravo!“

Das war Lars Larson, dem ich das hier eigentlich alles zu verdanken hatte. Er und die anderen Anwesenden klatschten und Tobias Schacht überreichte, mir und Bubi, eine Aufenthaltsgenehmigung und Wohnerlaubnis für die Künstlerkolonie.

Mir kamen die Tränen, sollte denn wirklich am Ende alles noch mal gut ausgehen? Hatte ich denn wirklich so gute Freunde, die sich um mich kümmerten? Das war ja auch kein wirkliches Leben mehr gewesen, in Rübensams alter Fischerkate. Fließend Wasser , die Wände runter und selbst die Ratten hatten mit blutunterlaufenen Augen das klapperige Gebäude fluchtartig verlassen, weil es nicht den Hauch einer Mahlzeit mehr gab.

Nein, es sollte nicht so sein! Das Leben im Jahre des Heils 2027 war nicht nach einem Drehbuch von Walt Disney, da hatten ganz andere ihre Finger im Spiel.

„Nichts ist für immer und nichts ist umsonst“ das muss man sich immer ins Gedächtnis rufen, dann sind auch die Enttäuschungen im Leben nicht so heftig. Prof. Brune drehte jetzt ganz vorsichtig an dem Rad der Stahlfasche und mit einem leisen Zischen strömte das Botoxgas durch den Riffelschlauch in meinen Körper.

„Herzlich Willkommen, Stefan, jetzt kann es richtig losgehen!“

Fortsetzung folgt

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