09 - Prof. Dr. Dr. Brune und das Botoxgas

Februar 16th, 2007 by St.Kleinkrieg

ein Alptraum als Fortsetzungsroman

Die eine Stimme rechnete ich Rolf Möller zu, da war ich mir ganz sicher. Er war ja gerade vor 5 Minuten noch hier im Raum gewesen. Die andere kam mir auch bekannt vor, gar nicht mal von der Lage her, sondern die Sprechweise ließ den Schleier der Vergangenheit und den Einfluss von Jim Marshall auf meine Hörfähigkeit zerreißen.

Ich hatte mich flach an die Wand neben der Tür gepresst und hielt den Atem an.

„Ich hoffe wir verstehen uns, es steht eine Menge auf dem Spiel!“ sagte jetzt 100% Rolf und ich hörte Schritte die sich schnell entfernten.

Die mir unbekannte, weißbekittelte Person blieb allein zurück. Ich beugte mich ein wenig vor und versuchte einen Blick durch die mit Starkstrom gesicherte Tür zu erhaschen. Der Mensch, es war ein Mann, stand jetzt genau vor dem Türloch und war in mehrere Schriftstücke die er auf einem Clipboard hin und her blätterte, vertieft. Ich sah ihn an. Er sah mich an.

10, 9, 8, 7, 6, 5, 4, 3, 2, 1, .....“Thomas, Thomas Brune???“

“Ja? Und wer will das wissen?”

Thomas der alte Kumpel„Na, hör mal. Das hat sich doch hier rumgesprochen das ich hierhin praktisch gekidnappt worden bin, Alter. Jetzt tu mal nicht so, du machst doch mit dem Möller Kippe, habe ich doch gerade gehört. Aber bitte wenn du es unbedingt von mir hören willst; Ich bin`s, St.Kleinkrieg,
Stefan Klein, Extrabreit, na, fällt der Groschen, oder ist da oben alles wegstudiert.“

Ich war erregt. Ich wurde schon den ganzen Tag verarscht, verramscht und sollte noch mit zusätzlicher Volksbelustigung entsorgt werden, da können einem schon mal die Nerven durchgehen.

„Ja, das ist ja großartig. Ich freue mich dich wiederzusehen, wenn auch unter, sagen wir mal nicht so ganz komoden Zuständen!“

Das war Thomas; immer auf furchterregende Art und Weise sachlich und dabei poetisch.

Er hatte eine beeindruckende Karriere hinter sich, die ich nicht in ihren Abläufen im Kopf habe. Aber nachdem er mal die ersten Fotos für Extrabreit geschossen hatte, wurde er Arzt und Forscher. Er beschäftigte sich außerordentlich erfolgreich mit dem sogenannten „Methusalemsyndrom“. Er wurde dann Professor, ich habe ihn aber nach einem kurzen Intermezzo so um 2006 herum aus den Augen verloren.

„Was macht ein so gerader Charakter wie Du, in dieser verabscheuungswürdigen Kulisse? Herr Prof. Dr. Dr . Brune? Und mit was muss ich denn noch rechnen?“

„Ja, das ist gar nicht so einfach zu erklären, Stefan. Das sieht jetzt für dich schlimmer aus als es ist, wirklich. Alles wird sich aufklären und ich kann dir versichern, dass große Dinge im Gange sind, die das gesamte Innenpolitische und Sozistrukturelle Gebilde Bundesrepublik, respektive Europa, sprich Welt, ändern werden. Ja, das könnte man so sagen!“

Ahahahahahahahah. Wie ich das schon immer gehasst habe. Dieses Gelaber!

„Ich will hier raus, Thomas, scheiße, ich will doch nur mein Zimmer in der Altenkünstlerkolonie „Git. Elek.“ das mir nach 11 Jahren Wartezeit in Aussicht gestellt worden ist. Ich brauche keine Organe von anderen und will meine auch ganz gerne behalten. Guck dir nur mal an was sie aus dem armen Bubi gemacht haben., Hackfleisch! Warum sieht der Rolf eigentlich so jung aus?“

„Aha, bist ja schon immer etwas, sagen wir mal, schlichteren Gemüts gewesen, Herr St.Kleinkrieg, aber da hängt was dran.“

Er grinst wieder sein Akademikergrinsen und ich hätte 1000 zu 1 gewettet das der nächste Satz ein „nich` wahr“ beinhaltete.

„Die Dinge verändern sich nun mal, nich` wahr, nicht immer zu besten. Man muss was tun. Du wirst es ja sowieso erfahren, also; ich bin bei meinen Forschungen im Felde der Methusalemforschung auf die absolute Gegengiftschaffe gestoßen. Den Jungbrunnen, der ist aus Gas. Ja ja, mein Lieber, während Du Dir das Gehör mit deinen ewig pubertären Brutalklängen zerstört hast, bin ich auf die Lösung des größten Geheimnisses der Menschheit gestoßen! Das Botoxverjüngungsgas! Der Brunehammer! Das ist ein Hit“

Er lachte wie wahnsinnig!

„Prof. Brune, lassen sie Herrn Kleinkrieg in Ruhe. Der muss sich jetzt auf seinen Auftritt vorbreiten!“ rief die mir schon bekannte Sekretärin von Rolf, die mit klappernden Absätzen den Flur runterrannte.

„Noch 45 Minuten bis zur Show, Herr Kleinkrieg. Was haben Sie für eine Konfession; Römisch Katholisch?“

Fortsetzung folgt

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