08 - Danke Helmut

Februar 14th, 2007 by St.Kleinkrieg

ein Alptraum als Fortsetzungsroman

„Ahhh!“ mit diesem Laut der absoluten Verzweiflung und Hoffnungslosigkeit ließ Bubi die Krankenbetthantel, an der er sich mühsam hochgezogen hatte los und fiel in seine durchgeschwitzte Lagerstatt zurück.

„Das ist mal eine gute Nachricht und es wurde ja auch Zeit das der Herr von sich hören lässt!“ trötete Rolf raus, „Kleinkrieg, ich muss los, Geschäfte. Ich kann nichts für dich tun , außer dir viel Glück bei den Runden zu wünschen. So, Mädchen, dann wollen wir mal!“

Sprachs, fummelte an dieser ominösen Edelstahldruckflasche herum und verschwand mit der hübschen brünetten Sekretärin in den endlosen Gängen und Fluren des „Fernsehstudios des Grauens“

„Sag mal, Bubi, wer ist denn Biff Kravallo?“

Bubi, der sich trotz seiner völlig aussichtslosen Lage immer noch bei Bewusstsein hielt nötigte mir wirklich Respekt ab und ich richtete ihn ein wenig auf, um sein Kissen aufzuschütteln.

„Ja, das so ein Einpeitscher und Rundenmoderator für die Klinik Roulettshow. Er soll aus dem Baltikum kommen und die Angewohnheit haben, seine neuen Arbeitsverträge mit dem Blut des letzten Verlierers zu unterzeichnen. Er ist beim Volk megabeliebt und verdient einen Haufen Kohle.“

Bubi guckte mich mit flatternden Augenliedern an und er tat mir leid.

„Was soll denn jetzt werden, Bubi, ich meine aus dir?“

„Keine Ahnung, sie wollen noch beraten. Das Zimmer in der Altenkünstlerkolonie „Git.Elek“ kann ich jetzt natürlich abschreiben, ach, es ist jetzt sowieso alles egal und vorbei!“

Er ließ sich in völliger Apathie in eine Ohnmacht fallen und ich dachte, dass es das beste war, was er jetzt tun könne. Die Entsorgung würde sein bisschen Zukunft beenden.

Das würde auch mein Schicksal sein und ich spürte zum erstenmal Verzweiflung in mir aufkeimen.

Zudem hatte ich durch die Aufregung der vergangenen Stunden einen schrecklichen Blutdruck und sah alles doppelt und verschwommen. Das kam zum einen durch eine nicht behandelte Diabetes und zum anderen durch die Scheißangst die ich vor der Entsorgung hatte. Außerdem musste ich dringend pinkeln und mich auch mal hinsetzen, denn ich war seit den frühen Morgenstunden auf den Beinen.

„Wo kann man denn hier wohl mal schiffen?“ fragte ich mich eigentlich selber, ich hatte ja mitbekommen das mit Bubi nicht mehr zu rechnen war.

„Hinten im Zimmer steht ein Paravan , dahinter ist ein Eimer für die Notdurft.“ Sagte eine Stimme.

Es war ein Weißbekittelter Schatten, der an der Eingangstür des Auffangraumes vorbeihastete und meine ins Nichts gestellte Frage wohl gehört hatte. Ich näherte mich dem Eingang, durch den Rolf Möller eben mit der jungen Frau verschwunden war und musste feststellen, dass er anstelle einer Tür ein elektronisches Starkstrom Schockfeld als Sicherung hatte. Jetzt ein wenig nach vorne rennen und die Entsorgung hätte sich erledigt. Sie hatten an alles gedacht. Der Weißkittel war verschwunden und zurück blieben ich und der lädierte Bubi.

Ich schlurfte auf den Paravan zu und erleichterte mich in den Eimer. Dabei fielen mir wieder ungezählte Garderobenräume aus meiner Kapellenmusikerzeit mit EXTRABREIT und anderen Bands ein. Ach, es war alles schon so lange her, aber es war doch schön gewesen und die Zukunft sah seinerzeit auch nicht so bedrohlich aus, wie sie dann wurde.

König HelmutAlles das hatten wir Dr. Helmut Kohl zu verdanken, der mit den prallen Rentenkassen der 80ger Jahre die Einheit, die uns nach seinem dafürhalten keine Pfennig kosten sollte, finanzierte um in den Geschichtsbüchern als Kanzler derselben zu gelten. Dieser Schmok!

Sein und mein Lebensentwurf waren auf das heftigste kollidiert, von Bubis ganz zu schweigen. Ich war kurz davor den Kopf hängen zu lassen und mich tatenlos den Umständen zu ergeben, als ich auf dem Flur zwei sich unterhaltende Stimmen vernahm.

„Ich weiß, dass es gefährlich ist, aber das musst du schon mal mir überlassen! Du hast nur das Zeug herzustellen und an mich abzuliefern, dann wird alles gut; O.K.?“

„Auf deine Verantwortung, ich kann keine Garantien mehr geben. Die Nebenwirkungen können grauenhafte Ausmaße annehmen!“

Fortsetzung folgt

One Response to “08 - Danke Helmut”

  1. Breitwand meint:

    Oh my goth,

    jetzt hat der Dicke auch noch Bubi und Dich auf dem Gewissen!! Gibt dieser Mann denn niemals Ruhe?

    Habt Ihr denn nicht einen Augenblick an die Karlsson-vom-Dach-Nummer gedacht – Propeller auf den Rücken und ab durch´s Fenster??

    Besorgt,
    Breitwand

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