07 - Ein Inhalator wirft Fragen auf

Februar 10th, 2007 by St.Kleinkrieg

ein Alptraum als Fortsetzungsroman

„Wer wird denn hier weinen,
wer wird denn hier jammern,
wer will sich denn an die Organe hier klammern…!“

Ziemlich schief, aber dafür umso lauter hallte der Finalsong der schrecklichen Fernsehshow durch die Gänge des Fernsehstudios des Grauens.

Bubi und ich, im Auffangraum, guckten uns an. Bubi zog sich mit dem bisschen Kraft das ihm noch geblieben war, an der Hantel hoch und sein Unterkiefer begann zu vibrieren.

„ Das ist er, ich will ihn eigentlich gar nicht sehen!“

Ich wusste nicht von wem er sprach und schob es auf seinen Zustand. Vielleicht hatte er ja Fieber. Doch da wurde die Tür aufgerissen und wie ein Sturmwind stand im Zimmer:

Rolf Möller, Präsentator des TV Massakers: “Klinik Roulett“.

„Halli, Hallo, Hallöchen, wie geht`s, wie steht`s? Was machen die Geschäfte?“

Er war tatsächlich nicht die Spur gealtert, nein er war ehe auf eine groteske Weise verjüngt. Wie schon auf der riesigen Werbetafel von mir bemerkt, hatte er jetzt blonde Haare und im Oberkiefer waren der linke Schneidezahn und der daneben aus Gold. Ein dünner Monjou Schnurbart und schwere goldene Ohrringe an beiden Ohren.

Er trug einen pinkfarbenen mit grünen Nadelstreifen überzogenen Anzug und Schwarze Lackschuhe mit weißen Rosetten. Ein gelbes Hemd mit einer Mottokrawatte, in diesem Fall stand drauf: „Hautse, Hautse! Immer in die Schnauze!“ rundete das furchterregende Bild ab. So ähnlich muss Robert Koch den Tuberkel unter dem Mikroskop gesehen haben.

„Kleinkrieg, altes Haus. Wie geht es denn immer so. Habe schon von Larsemann gehört das du jetzt auch mal ne` Runde hier drehen willst! Wird schon werden. Wo drückt denn der Schuh, was können wir bei dir denn noch so gebrauchen? Viel kann man aus deinem Material, bei aller Liebe, nicht mehr rausholen…....!“

Der gleich Dampfplauderer wie früher, ohne Punkt und Komma.

Der InhalatorEr griff unter sein Jackett in Höhe des Gürtels, und holte eine Mundatemmaske an der ein Riffelschlauch angeschlossen war hervor. Der Schlauch ging zu einer kleinen Edelstahldruckgasflasche, die ebenfalls an seinem Hosengürtel befestigt war. Während er sich mit der einen Hand das Mundstück über Nase und Mund presste, drehte er mit der anderen das Öffnungsventil auf. Ein gemeines Zischen war zu hören und Rolf verkrampfte sich beim ausgiebigen Inhalieren sichtbar. Seine Lieder flatterten und der angespannte Gesichtsausdruck verriet das dass keine Spielerei war, was er da mit sich machte. Mit dem freien Arm schlug er einen unhörbaren Rhythmus in die Luft.

Schackalacka, Bumms die Kuh!“ schrie er als er mit der Prozedur fertig war , sichtlich angeknallt. Dann trat er wie wild mit einem Bein auf, als wolle er einen Krampf abschütteln.

Meine Fresse, was war aus ihm geworden, ich konnte das jetzt gar nicht einordnen und fragte ganz unbedarft:

“Sag mal Rolf, ich wollte eigentlich nur einen Antrag auf ein Pensionszimmer einreichen .

Tut dieser ganze Zirkus denn eigentlich Not. Ich meine….........................“

Zirkus? Er sagt, Zirkus..?

Ihm traten die Adern aus der Stirn und ich dachte er würde Explodieren.

Das ist kein Zirkus, und ja, da tut Not. Das ist hier eisenhartes Showgeschäft und die Show muss, ich sage MUSS weitergehen. Egal wie, egal wo, egal mit wem !“ Er schrie wie am Spieß.

„Herr Möller, Herr Möller?“ eine etwa 25 jährige Sekretärin kam aufgeregt in den Raum und Rolf fauchte sie an.

Ja, Möller, immer noch Möller, Möller!! Hier bin ich . Was ist denn?

„Entschuldigung, aber Er ist jetzt da.“

„Wer; Ist jetzt da? Kann mir mal hier ein einziger Mensch, nur einer, in einem zusammenhängenden Satz, in meiner Sprache, nicht zu laut, nicht zu leise, vielleicht auch freundlich, aber verständlich, alle Informationen zukommen lassen, die man für eine vernünftige Kommunikation braucht, he?“

Die Kleine errötete und guckte auf den Boden.

„Na ja, Er: Biff Kravallo !!“

Fortsetzung folgt

2 Responses to “07 - Ein Inhalator wirft Fragen auf”

  1. sunshine meint:

    Keine Kommentare für dieses tolle Fortsetzungsepos??
    Dann will ich mal ran..
    Fiebere mittlerweile den Mittwoch (hm, was ist da eigentlich die mehrzahl von??) und Samstagen entgegen – und wurde auch diesmal nicht enttäuscht!
    Manchmal frage ich mich, was davon Fiktion bleiben wird….
    Man traut sich ja manchmal kaum noch sich auf der Straße ne Zigarette anzuzünden…
    Samstag nacht waren wir noch auf ein Astra in einer Reepeerbahnkneipe,
    da brauchte man quasi gar nicht selber rauchen..herrlich dicke Luft:-)
    Und wem das (sogar verständlicherweise) nicht paßt soll doch bitte draußen bleiben und woanders hingehen – und bei Kräuternikoletten und alkoholfreiem Bier seinen Spaß haben. Jedem das Seine, Raucher natürlich ausgenommen?
    Freue mich also auf Samstag – und geh schnell aufs Klo, heimlich eene piefen-)

  2. webregierung meint:

    @ sunshine – richtig so – lass es raus und am Mittwoch geht es brutalst weiter – aber vorher gibt es noch einen ungehörten Downloader am Dienstag – Der Spitzenblog sendet derzeit im Morsetakt

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