03 - Tobias Schacht ist der Teufel ?

Februar 2nd, 2007 by St.Kleinkrieg

Der Junge mit der Gitarre ist irgendwie komisch geworden

Teil 3 – Tobias Schacht ist der Teufel ? Der Junge mit der Gitarre als Teil des Systems ?

„Das ist doch nicht eure Ernst, Kinder, die Schergen brechen mir doch alle Knochen. Tobias,
lange nicht gesehen, sag ihm er soll das nicht machen, ich war doch immer gut zu dir, Mensch Lars das darfst du nicht tun !! “

DJMDG 2004Ich war außer mir. Mein alter Bandkumpel wollte mich der groben Behandlung von Sicherheitsbütteln übergeben und das auch noch in Anwesendheit des 2003er Vorprogramms „Der Junge mit der Gitarre“. Ich verstand die Welt nicht mehr, eben noch wollte er mir helfen auf die gute alte Larsson Art und jetzt wollte er mich umbringen.

„Beruhige dich,“ sagte Lars, “du weißt doch das Personen über 60 Jahre der besonderen Beobachtung zu überstellen sind. Besonders wenn sie in ihrem Leben kinderlos und freiberuflich waren.“ Er flüsterte mehr als das er sprach.

„Der Sicherheitsunteroffizier, der jetzt kommt, ist dir ja auch kein Fremder. Es ist Rolf Möller`s Sohn und wir können ihm vertrauen. Du machst nur den üblichen Gesundheitsscheck und ich besorge dir in der Zeit die nötigen Unterlagen für die Altenkünstlerkolonie „Gitarre, Elek.“ Keine Angst, Stefan das haben wir schon mal gemacht!“

Er zwinkerte dem ehemaligen „Jungen mit der Gitarre“ zu. Der nickte heftig.

Ich hatte aber Angst. Schon öfters hatte ich gesehen wenn junge, vor Kraft strotzende Menschen, Leute meiner Altersgruppe in die Mangel nahmen. Das war nicht schön. Meist waren es Angehörige einer illegalen Milizeinheit, die auf dem Ärmel ein Abzeichen trugen, auf dem die Silhouette eines Greises, der mit einem roten Balken durchgestrichen war. In einem Spruchband das den Rücken ihrer schwarzen Kampfmontur zierte, stand in silbernen, altdeutschen Buchstaben „Sterbehilfe, Statt Rente“

Nein, ich hatte kein Vertrauen in mehr in meine Mitbürger. Sicher, ich war mittlerweile 71 Jahre alt. Das war älter als alt und seit sie das Grundgesetz 2019 dahingehend geändert hatten das über 60 jährige nicht mehr wählen durften waren wir praktisch Freiwild geworden.

Ironischerweise hatte sich der alte Spruch “Traue keinem über 30“ in „Traue keinem unter 60“ gewandelt. Es war hart in diesen Zeiten, wo man schon vor dem himmlischen Jüngsten Gericht, hier auf Erden Zeugnis ablegen musste, wie man seine Zeit verbracht hatte. Als individueller Freigeist, oder als hamsterndes Familientier das für den Winter des Lebens bestens gerüstet sein wollte.

„Ach nee, was haben wir denn da für ein unappetitliches Stück Gammelfleisch?“

Die Türfassung war ausgefüllt mit einem riesigen Muskel der genau so aussah wie mein alter Kollege, Rolf Möller, nur 10 mal größer.

„Pst, Robin das ist Stefan. St.Kleinkrieg. Der mit deinem Vater und mir bei Extrabreit gespielt hat!“ sagte Lars und schob ihn in das Zimmer. „Wir müssen ihm helfen, wenn er nicht die Bleibe in der Altenkünstlerkolonie bekommt, wird er entsorgt.“

„Ja, sie wollen mich entsorgen.“ stammelte ich.

Ich konnte mich nicht mehr wirklich an Robin erinnern, aber er war immer ein netter Kerl gewesen. Jedenfalls hoffte ich das.

„Richtig schade wäre es ja nicht, aber wegen Papa und Ihnen, Herr Larsson, noch einmal!“

Er kam auf mich zu und drehte mir die Hände auf den Rücken, fixierte sie mit Handschellen und sagte „ So, Vorwärts!“

Ich konnte mich gerade noch einmal zu Lars umdrehen.

Das hätte ich besser nicht getan.

Das letzte was ich von ihm sah war, ein teuflisches Grinsen und wie er dem feixenden „Jungen mit der Gitarre“ den Schumi-daumen hinhielt.

Fortsetzung folgt

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