Liebe Leute,
gerade ist mir aufgefallen das es diesen Blog, diese eigennützige Einrichtung schon seit über 6 Jahren gibt.
Eigennützig in so fern, dass sie mir gestattet ab und zu meinen Senf auf die interessierte Leser und Hörerschaft loszulassen.
Wir schreiben heute den 20. März und ich erlaube mir euch mal wieder eine kleine Geschichte aus dem Bandalltag des letzten Jahrtausends zu erzählen.
Ich komme darauf, weil auf Facebook vor nicht langer Zeit ein lebhafter Erinnerungsaustausch stattgefunden hat und da ist mir diese Anekdote aus längst vergangenen Tagen wieder eingefallen:
Es war ein kalter, ungemütlicher Herbstabend in Hometown . Hunter und ich gingen aus Richtung Hauptbahnhof kommend, die Pommes Frites Strasse in Richtung Althagener Brücke. Wir kamen von einer Probe und waren noch rasch im Bahnhofsgebäude gewesen um etwas zu erledigen, was mit unserer Geschichte hier nix zu tun hat.
Die Tage waren schon seit geraumer Zeit schattig und vor allen Dingen in den Abendstunden und in der Nacht arschkalt geworden und dementsprechend hätten wir dickere Kleidung tragen müssen. Aber es war 1980 und die Textilindustrie hatte noch keine trendige Klamotte die uns gefiel und wenn das der Fall gewesen wäre, hätten wir zu diesem Zeitpunkt auch nicht die Mittel gehabt, um uns wärmend einzukleiden. Also waren wir in einen Stilmix aus Jeans und Second Hand gewandet.
Unter der Althagener Brücke sahen wir den allseits bekannten, Hornhautumbragraubeigen VW Käfer, mit dem unübersehbaren und Stadtbekannten, handgeschriebenen Pinselschriftzug: HASCHKE SPEEDTEAM von einer Polizeistreife gestellt.
Wir kannten Charly Haschke, ich weniger, aber Hunter war Cross mit ihm, so gingen wir hin; zum Ort der Handlung.
Haschke, mit seiner bekannten Mütze und in den verblichenen blauen Monteursanzug gekleidet, saß durchaus unbekümmert und lässig, rauchend hinter dem Lenkrad, während sich einer der Polizisten, mit dem Unterarm auf dem Dach des Käfers abstützte, dabei die Mütze nachlässig in den Nachen schob und zu Charly sagt:
„Mensch Charly, du hast vielleicht Nerven…!“
Aus dem Auto hörte man nur ein unverständliches Gegrummel.
Der Beamte richtete sich auf, drehte sich zu uns um, grinste, zog seine Mütze gerade in die Stirn und rief seinem Kollegen, der sichernd am Streifenwagen verblieben war , zu:
„Werner, fahr mal hinterher, wir bringen Charly nach Hause.“
In den Wagen hinein sagte er bestimmend :“Charly, rutsch rüber; ich fahre!“
Und das taten sie dann auch.
Hunter und ich grinsten uns an, dann gingen wir Retour, auf der anderen Straßenseite, an Mazzola vorbei in Richtung Kronenburg.
Was Charly zu dem Bullenlift verholfen hatte, ob er irgendwie derangiert oder gar krank war; weiß ich nicht. Ich weiß nur, so was könnte ich heute nicht mehr glauben – selbst wenn ich es selber sehen würde.
Wer noch was über Charly wissen möchte, hier etwas von Leuten die ihn besser kannten:
Hagen hat immer die Härtesten
HASCHKE
TEAM HAGEN