Traeumen ist suess
November 27th, 2006 by St.KleinkriegTräumen ist süß, doch gefährlich!
Gestern lieferte mir die Post eine Amazon DVD Bestellung, über die ich mich gleich hermachte. „KRIEG UND FRIEDEN“ in der russischen 6 Std. Version, von dem begnadeten Sergej Bondartschuk. Ich legte das Teil ein und verzog mich mit einer Tasse Nieren- und Blasentee in den hier schon häufiger erwähnten Sterbesessel, um mich von dem Cineastischen Meisterwerk aus den sechziger Jahren forttragen zu lassen, in eine längst vergangene Epoche; die Zeit der Napoleonischen Kriege.
In einem nie da gewesenen Aufwand, zeigen hier die Kreativrussen wie man die Yankees`s auf der Leinwand das fürchten lehrt. Das sind Kampfszenen mit 16000 Komparsen und Tonnenweise Schießpulver, Kavallerieattacken aber auch Russische Seele, großartige Kostüme, Ballszenen und Landschaften und nicht immer dieselben Amiklischees, die uns doch eigentlich allen zum Hals raushängen. Stimmt doch, oder?
Da hat ganz Hollywood strammgestanden als der Film 1969 den Oskar gewann und was weiß ich noch für Preise. Wenn man schon von großem Kino redet dann ist diese russische Produktion auf jeden Fall gemeint. Thema beendet!
Aber von dem Film wollte ich eigentlich gar nix erzählen, er gehört nur am Rande zu dieser Geschichte.
Die Russen hatten gerade vor Borodino einen Moralischen Sieg errungen, als ich meinen Zweikampf mit Morpheus verlor. Er nahm mich ganz fest in seine Arme und flüsterte mir zu:
“ Komm, Kleinkrieg nur ein Viertelstündchen Bubu machen, wird dich nicht umbringen, sondern gut tun. Jetzt wo du wieder auf Weihnachtsblitztournee gehst, in deinem Alter!“
Was, bitteschön, wollte mir Morphy denn damit zu verstehen geben?
Ich bin nicht alt! Auch nicht gebrechlich , ich brauche keinen Mittagsschlaf. Obwohl es sehr schön sein kann.
Diesmal aber nicht. Er schickte mir einen Traum gegen den das Filmopus vom seeligen Bondartschuk eine Spielerei mit dem Viewmaster war.
Es ging um meine Fanedition. Um meine CD. Um die
Ich erspare mir jetzt mal die Details des Traums, sonst brauch ich die gleiche Zeit wie Karl May für seine Jubiläumsgesamtausgabe. Ich komme gleich auf den Punkt.
Also, das von mir für den kleinsten Fankreis herausgegebene Album der Downloads des Jahres 2006, entwickelte sich, in meinem Traum zu einem Kultknaller, den es in Deutschland so noch nicht gegeben hatte. Mir war mit dieser unschuldigen Fleißarbeit gelungen, wovon jeder der ein Album veröffentlicht, nur mit Bettdecke über dem Kopf zu träumen wagt:
Harmlos fing es an, ganz harmlos. Ich lag, wie immer in Ruhephasen in meinem Sessel und guckte gelangweilt Fernsehen. In irgendeiner dieser gruseligen Livestyle Magazine auf RTL oder so, war mal wieder eine Rote Teppich Reportage, bei der unter anderen Harald Schmidt gefragt wurde was er denn privat, so als Harald, im geheimsten engsten Familienkreis für Musik hören würde. Erst alberte Harry so ein bisschen rum, dann setzte er ein nachdenkliches Gesicht auf und ließ ein paar Namen von großen Klassikern fallen …und dann, als ob er Mitleid mit der unwissenden Reporterin, die übrigens nie zu sehen ist, hätte:
“Da gibt es so eine kleine Auflage einer Fanedition. Ganz unscheinbar gemacht, nicht für den großen Markt, ehe was für Feinschmecker. Auch nicht so glatt, ehe ein bisschen rübbelig. Holzig, möchte man sage, nicht wahr! Wenn es nicht so charmant wäre. So wie Rockmusik eigentlich gedacht war, warum man sie erfunden hat. Ja, es handelt sich um:
Ich schoss wie von Witta Pohl geküsst aus meinem Sitz.
„Ja gute Frau, wenn sie mich fragen was bei mir seid 8 Tagen im Dauerrepeat im CD Spieler routiert, kann und muß ich sagen, dieses Meisterwerk des EXTRABREIT Gitarristen Stefan Kleinkrieg kann man gar nicht hoch genug loben, zumal es ja auch nur einem kleinen begrenzten Publikum zugänglich ist.
Ein Kleinod dieses Genres. Man fragt sich allen Ernstes: Ja, schläft denn unsere gesamte Musikindustrie? Warum wurde man nicht schon im vergangenen Jahrtausend auf dieses Jahrhunderttalent aufmerksam? Ich verstehe es nicht, ja, dabei bietet sich der gute Mann Ewigkeiten wie sauer Bier an, ja? Ich wünsche ihnen noch einen schönen Abend! Merken Sie sich den Namen, St.Kleinkrieg“Sagte es und verschwand in dem Gebäude, in das der Rote Teppich ihn führte.
Das Telephon klingelte.
„Alter Falter, hasse das grade gehört und gesehen? Sensationell!“ die Stimme kannte ich, hatte sie aber seit Jahren nicht mehr gehört.
„Wer ist denn da?“
„Ich bin`s. Der Hans! Weißt du doch, ich war doch in den 80gern dein Labelchef! War doch `ne dolle Zeit! Die neue Welle! Mensch, jetzt bin ich aber enttäuscht! Das du mich nicht wiedererkennst. Alles vergessen, mein Bester?“
„Ach der Hans, der uns 1985 vor die Tür gesetzt hat, weil unser Album nur so gerade am Breakeven vorbeigeschrammt ist, obwohl die 3 Vorgänger, dank ihrer geringen Produktionskosten, Millionen für seinen Konzern eingespielt haben?“
„Ja, genau der! Und der bringt dich jetzt ganz groß raus! Mit Harald Schmidt im Rücken kann man in diesem Land alles werden, sogar aus Atze Schröder hat der einen ernstzunehmenden Comedian gemacht. Dagegen haben deine „Beatmungen eines mittleren Katasters“ geradezu Beatlesartige Qualitäten. Lass mich nur machen und wir alle werden uns das Geld nur so über den Kopf schütten können! Ich täusche mich selten und diesmal gar nicht!“
Ich hasste diesen Kerl. Aber er kannte das Geschäft mit der Musik wie kein anderer. Immer wenn der Hans anrief, konnte man sicher sein das zumindest die Aussicht auf einen Hit hinter der Tür wartete. Ich übergab ihm alle Geschäfte und bereute es nicht.
Das Telephon klingelte unaufhörlich und all die ganzen Gestalten aus der Glorreichen Vergangenheit und die neue Milupageneration von Managern, Anwälten und Sternendeutern, wussten wie man jetzt die Gunst der Stunde nutzen müsse und und und….!
Ich wurde entdeckt und zwar so gründlich das Kolumbus in seinem Grab quittegelb vor Neid anlief. Interviews, Einladungen, Angebote aller Qualitäten türmten sich im Flur des Schlosses das ich jetzt bewohnte. Es war mir von der Landesregierung NRW`s kostenlos zur Verfügung gestellt worden. Einzige Leistung die ich dafür im Gegenzug zu erbringen hatte war, dass ich den jeweiligen Bundeskanzler bei seiner Weihnachtsansprache mit der Gitarre begleiten sollte. 3 Marshalltürme in Stellung gebracht, ein Fläschchen Napoleon Cognac eingeatmet und los…..! Großartig!
Hans leistete ganze Arbeit und ich war rund um die Uhr damit beschäftigt einfach nur ich zu sein und dafür Unmengen an Geld und Liebe zu kassieren.
Ich kam dann auch noch in einige Fernsehshows im In und Ausland. Für “Menschen 2006, 2007, 2008…..“ ich hatte ein Dauerabo. Die Jahresabschlusssendung, wurde von aufgebrachten Zuschauern gestürmt, als ich einmal aus privaten Gründen nicht dabei sein konnte. Ich war Deutschlands einzige lebende Kulturikone. Vierzehn Strassen, sieben Brücken, acht Plätze und der ehemalige Franz Josef Strauss Flughafen wurden nach mir benannt und umbenannt. Ich gründete eine Stiftung für Sterbesesselabhängige Semiprofis und sorgte für die endgültige Verbannung von Dieter Bohlen auf die Insel Am- und Drumrum mit integriertem Sprechverbot!
Mit meinem Enthüllungsroman „Rache für Hillu Schröder“ verdrängte ich den Ex Medienaltkanzler aus den Bestsellercharts und verhalf der gestürzten Ex- Gattin dieses Herrn zu einer riesigen Abfindungssumme. Die sie im Gegenzug meiner Stiftung zufließen ließ. Mediendeutschland stand Kopf. Ich brachte ein Gesetz auf die Bahn, welches Millionären, die nicht in der Lage sind Spaß an ihrem Vermögen zu haben, ersatzlos enteignet und für immer in die von mir erfundene Sozialkasse „Flick vier“ verbannte.
Ich hatte es, Verdammtnochmal, auf den letzten Meter geschafft. Ich war zwar kein König aber doch so etwas ähnliches.
Das Bundesverdienstkreuz erster Klasse, sonst würde ich es gar nicht erwähnen , der NRW Verdienstorden das Ritter und Mutterkreuz schmückten meine Brust.
Ich eröffnete das Oktoberfest, die Maiwoche und diverse andere Jahreszeitenabhängige Festivitäten. Das Leben war gut zu mir und ich fühlte mich hip. Nur das Gesicht hatte vom Dauergrinsen einen Unnatürlichen Ausdruck, den mir aber Leibeigene Unterwäschemodelle hinfort schminkten.
Ich kürze hier mal den Traum ein wenig ab, weil auch noch einige erotische Komponenten mit Prominenten darin enthalten waren, die ich gerne für mich behalten möchte…......!
Ich war wieder wach und hörte diesen Satz von Feldmarschall Kutusow während er auf einem Schimmel an den siegreichen Russen vorbei galoppierte.
Mein Album war wieder eine unscheinbare Fanedition und Harald Schmidt hatte überhaut keine Ahnung von meiner Musik und Anwesendheit auf diesem, unserem geliebten Planeten. Kurz und gut, ich lag wieder im Sterbesessel und meine Restlebenszeit stellte mich vor schier unlösbare Aufgaben, die während der Traumzeit noch an Gewicht zugelegt hatten.
Ich hatte keine Lust mehr zum Film gucken und zog mich schmollend für eine Stunde in das Internet zurück.
Der Traum ging mir nicht aus dem Kopf und ich musste einige male schwer seufzen, weil ich ja wusste wie die Wirklichkeit in der deutschen Medienlandschaft für einen freien Geist wie mich aussieht.
Es war spät geworden und ich machte mich bettfertig, setzte meine Brille auf und griff zu dem Buch das ich augenblicklich lese. „Der Nigger der Narzissus“—Da klingelte das Telefon!
„Ja, Hallo?“
„Ja, guten Abend! Ist da St.Kleinkrieg am Apparat? Hier ist Harald Schmidt, Sie kennen mich sicher aus dem Fernsehen.Ich hätte mal eine Frage: Ich schätze Ihre CD BETRACHTUNGEN EINES MITTLEREN CHARAKTERS sehr und wollte sie auch allen meinen Familienangehörigen, deren Freunden, sowie allen Mitarbeitern und allen Polen zu Weihnachten schenken, aber man kriegt die ja nirgendwo….....!?? Hallo? Hallo…“
Trotz schwerster Schiksalsschläge, schmerzhafter Verluste und tiefen Leides bewahre ich mir meine Standhaftigkeit, meinen Willen und verliere niemals den Glauben an mich selber! Niemals!



So geht es mir auch und ich habe deshalb die Idee von einigen Besuchern dieses Spitzenblogs aufgenommen und aus den hier angebotenen Downloads eine CD mit Albumcharakter zusammengestellt. Da es nicht bei den bekannten Stücken bleiben sollte und auch einige wegfielen, habe ich noch ein paar Bonustracks nietnagelneu aufgenommen und dem Machwerk hinzugefügt.











