Hilf mir zu vergessen

Januar 28th, 2010 by St.Kleinkrieg

Liebe Downloader,
hier ist ein besonders perfides Machwerk aus der Verstaubtesten Zigarrenkiste der Welt wieder aufgetaucht.
So können Urlaubserinnerungen auch sein.
Viel Spaß mit dem Scheiß.
Ganz der Eure!

Nachtrag! 31.01.2009
Das Foto von Straschi und Norbert hat Detzen gemacht!

Es war einmal in Palma

APSE-Brasil präsentiert eine Aufnahme aus dem “Dynamite Jet Saloon HH” von 1997 !
Aus dem “Smash – Hit – Island – Boogie – Shock – Party – Kracher” Album von 1997:
“Es war einmal in Palma”
Der Nummer 1 Boomer :
“Hilf mir zu vergessen!”
Nicht gemischt und nix gemastert; so wie vom Tisch!

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Ein Wort zum neuen Jahrzehnt

Januar 7th, 2010 by webregierung

Ihr Lieben,

ein Frohes, Neues Jahr wünscht Euch der Spitzenblog und hofft das alle von euch schmerzfrei und gesund in 2010 gelandet sind.
Wir hier, im Nervenzentrum des ultimativen digitalen Tabernakels, freuen uns auf das kommende Jahrzehnt und seine Aufgaben.
Der Kampf gegen die Stille, aber auch die Front gegen Borniertheit und Langeweile, muss weitergehen und wird gestärkt, durch den glühenden Glauben an die Reinheit der Sache.
Worum es auch geht, wir sind dabei und halten, wie immer, dass was andere nicht zu Versprechen wagen!
Horrido!
2010-wird schon geh`n!

Die Webregierung & St.Kleinkrieg
Alias: Die Heiligen der letzten Tage

Impressionen des Schaffens

Januar 7th, 2010 by St.Kleinkrieg

Arbeitsnachweis 1:

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Arbeitsnachweis 2:

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Weihnachtsmann des Grauens 2009

Dezember 10th, 2009 by webregierung

Und schon sind wir alle wieder so besinnlich.

Die schönste Zeit des Jahres steht wieder an, denn das Mutterschiff ist wieder auf Weihnachtsblitztournee.

Allen Lesern und Freunden des Spitzenblogs eine schöne Weihnachtszeit und vielleicht sehen wir uns ja morgen im Werkhof in Hagen Hohenlimburg wenn das Mutterschiff zum Tanz bittet.

Dabeisein

Bilderbuch der Großen Momente

November 28th, 2009 by St.Kleinkrieg

Gestern; 1988!

Es war 1988 und Extrabreit hatte, nach der als; “Das englische Album”, in die Geschichte eingegangen CD, “Sex after three Years in a Submarine”, die Segel gestrichen.
Ein schönes Sammlerstück und gar nicht mal so schlecht.
Wir waren getrennt und jeder ging seiner Wege. Ich hatte angefangen Demos aufzunehmen und diese Arbeiten wurden dann 1989 als “Vive la Ka Bum”, unter dem Projektnamen „Mona Liza Overdrive“, der Öffentlichkeit zugänglich gemacht.
Während dieser Zeit rief mich mein Freund Mack aus München an und fragte mich, ob ich nicht Lust hätte ein bisschen zu helfen, in seinem Studio; dem “Musicland”, würde eine Pressevorführung des ersten Keith Richard Soloalbums stattfinden. Er meinte sich zu erinnern, dass ich ein Fan von dem Gitarristen aller Gitarristen wäre und er bräuchte noch jemanden der die Bar betreute. Dabei habe er an mich gedacht und der oder das Event wäre schon am nächsten Tag.
Er hatte den Hörer des Telefons wahrscheinlich noch in der Hand, als ich schon die Fahrkarte für den Intercity nach München löste.
Ja, ich musste Zug fahren! Ich war pleite und hatte schon geraume Zeit kein Auto mehr.
Ich war gezwungen auf den luxuriösen Titel des “Herrn über Zeit und Raum” zu verzichten und mich in den Massentransit einzureihen.
Für mich ein furchtbarer Zustand von Herdenviehdasein. Lieber sitze ich in einem Stau in meiner eigenen Blechröhre, als mit ungebetenen Zeitgenossen und ihren Angewohnheiten in einem “Großraumwagen”.
Schon das Wort lässt mich frieren.
Uhuhuh, nicht drüber nachdenken, ich will ja auch was ganz anderes sagen.
DetzenAlso, ich kam in München an und mein Freud Detzen holte mich am Hauptbahnhof ab.
Detzen, ist dem ein oder anderen Leser dieses Digitalen Tabernakel aus meinen Erzählungen und Geschichten sicherlich bekannt und bedarf keiner weiteren Vorstellung, außer der vielleicht, dass er wirklich einer meiner besten Freunde ist.
Es nützt ja auch nichts wenn ich jetzt, in der Neuzeit, ein Profil über ihn anfertige denn die Geschichte die ich hier erzähle ist ja nun 21 Jahre her und jeder Mensch verändert sich im laufe einer solch langen Zeit.
Physiognomisch natürlich, aber auch Spirituell sollte sich da was tun.
Obwohl; wenn ich da so an Detzen denke: Physiognomisch – ja! Spirituell -.....?
Wir nahmen uns ein Taxi und fuhren zum Arabella Komplex in Bogenhausen, wo das Musicland Studio, das Mack gehörte, in einem Bunkerartigen Kellergeschoss untergebracht war. Hier hatten schon alle Größen der Internationalen Rock und Popgeschichte ihre Werke auf Band genagelt und das Studio strahlte vor Sternenstaub.
Led Zeppelin, T-Rex, Queen, die Rolling Stones, Extrabreit, nur um mal so ein paar zu nennen, gaben sich hier die Klinge in die Hand.
Wie sagte schon Benito M. von APSE?: „It`s good to be me!“

Wenn man die Eingangstür; eine massive, graulackierte Tresorstahltür, durch den Summer geöffnet bekam, ging es linksseitig eine steile Treppe 2 Geschosse tief in den Keller.
Die Treppenstufen waren mit Minilämpchen beleuchtet und der Teppichboden, mit dem das ganze Studio, inklusive der Treppe ausgelegt war, hielt sich im dezenten grau; war allerdings mit verschieden großen fünfstrahligen Sternen übersäht. Links und rechts der Treppe waren mit Leuchterschlangen umwickelte Geländer angebracht. Diese hatten aber keine Lauflichtfunktion, sonder beleuchteten nur still und andächtig die über ihnen aufgehängten Gold und Platin Trophäen der Internationalen Klientel des Studios, dessen Credo auf die Hauseigenen T-Shirts gedruckt war. „Gold and Platinum we deliver!“
Ich liebte dieses Studio und habe mich dort immer sehr wohl gefühlt.
Obwohl dieses Credo im Fall von Extrabreit zu versagen schien.
“Sex after 3 Years…“ ist auch dort von Mack gemischt worden und fristet heute ein Sammlerstück – Dasein, weit davon entfernt durch Edelmetall ausgezeichnet, seinen Erschaffern die Mühen und Kosten der Erstellung zurückzuerstatten.
Tja, man steckt nicht drin.

Weiter im Bericht:
Wir gingen die Treppe runter und begrüßten die Mack Familie.

Mackis Frau, Ingrid und die 3 Söhne, die alle im Studio mit dem anbringen von Deko beschäftigt waren.
Niemals hätte ich mir in den bitteren Jahren als Lehrling der Schaufensterdekoration, im Kaufhof zu Hagen, träumen lassen, dass ich die dort erworbenen Fertigkeiten einmal brauchen würde, um für mein Idol eine passende Umgebung zu schmücken, damit seine neue Platte den Medipahs vorgestellt würde.
Zur Erklärung: Medipahs sind die, sehr verachteten, aber durchaus benötigten Vertreter von Funk, Presse oder TV.
Medienpartner – kurz Medipahs
Es wurden Tücher und Totenköpfe und so ein Zeug verwandt und ich kann mich wirklich nicht mehr an alles erinnern, aber es sah sehr schön aus.
Dann kam die Blase der Journies und nahm die Tische ein.
Detzen und ich hatten die Schlagzeugkabine zu einer Bar umgebaut und eine Riesenbatterie von Alkoholika plus Coca Cola und Eis, zierte unsere Tische.
Im großen Aufnahmeraum waren Tische und Stühle aufgebaut, so das die versammelte Presse sich wie in einem Restaurant oder einer Bar ein paar Umsonstdrinks und die neue K.Richards Platte reinziehen konnte.
Mir war die Aufgabe zuteil geworden, das einzige Band immer wieder nach Ablauf, zurückzuspulen und neu zu starten.
Leute die hinterher, als der Meister anwesend war, mit dem Kopf und dem Spielbein wippten, forderten mich zu dieser Stund noch auf: “..den Quatsch leiser zu stellen!“
So sind sie. Nicht alle, aber die meisten.
Während das Band lief, mixten Detzen und ich hammerharte Drinks und der Gitarrist der Band die zur Zeit das Studio regulär nutzte, ich glaube John war sein Name, half uns dabei.
Die Band hieß „Goodbey Mr. McKenzie“ kam aus Schottland und die Sängerin sollte in ein paar Jahren bei „Garbage“ zu Weltruhm und einem schönen Vermögen kommen.
Das wusste sie aber da noch nicht und sie fiel auch nicht wirklich auf.
Tja, die Wege des Herrn…..........!
Ein sehr bekannter Radio und TV Moderator der damaligen Zeit, schlenderte dann an die Bar und orderte einen Whisky Cola, ohne Eis und brach sich vor lauter Vornehmheit und Getue fast die Oberlippe ab.
Er hatte mich erkannt und fragte wie ich denn zu dem Job käme.
Ich sagte scherzhaft, ich müsse meine Studiorechnung abarbeiten, was ihm zu einem müden, gelangweilten Grinsen mit angedeutetem Kopfnicken animierte.
Während ich die Mischung machte, hatte ich ihm den Rücken zugewandt und mir fiel eine seiner Kritiken über Extrabreit ein, die uns alle sehr verletzt hatte.
In diesem Punkt bin ich wie ein Elefant!
Ich vergesse das nicht!
Und wie Django: Ich vergebe nicht!
Ich sammelte den Speichel in meinem Mund und ließ ihm zusammen mit der Cola ins Glas laufen.
Eis drauf!
„Wohl bekommt`s!“
Er schob mit dem Drink ab! Arschloch!
Ich musste pissen und ging, um auf die Toilette zu gelangen, durch den Aufnahmeraum in den Aufenthaltsraum, wo sich Detzen aufhielt. Er hatte schon schwer geladen und grinste mich an.
„Diese Arschlöcher hier. Die denken, nur weil einer von `ne Schtones hier hinkommt, liegt das Koks auf `em Fußboden rum!“
Wir grinsten uns an und nahmen ein Memopapierchen mit, um es in der bekannt, berüchtigten Briefchenform zu falten, die den Kokainnisten zur Aufbewahrung ihres Stoffes dient.
Dann, auf der Toilette, ein bisschen Atta rein und hinterm Klo auf den Fußboden geworfen.
So, als hätte ein heimlicher Konsument sein Allerheiligstes leider verloren.
Wir mussten lachen.
Unbändig und in schäbiger Vorfreude auf ein Verbrechen, dass niemals geahndet wird.
Bitte glaubt mir, so etwas würde ich heute nicht mehr tun, aber damals war man eben nicht so zimperlich mit den Scherzen.
Wir kamen aus der Toilette und da stand Er.
Einen langen Zorromantel an, das Haar verwuselt und 3 Packungen Marlboro Red in der einen Hand.
Mein Idol!
Keith Richards – der Archetyp des Rockgitarristen – der Ayatollah aller Rock& Roller!
Ich war echt sprachlos und ich gebe es gerne zu : beeindruckt!
Dieser Mann hatte sozusagen das Buch geschrieben, dass alle anderen nur gelesen haben.
Er nahm keine Notiz von dem unbeholfen verborgenen Interesse das sein Auftritt für die Leute ausgelöst hatte.
Medipahs halten sich von Haus aus für Supercool und erliegen immer dem Glauben, dass alle Menschen gleich seien.
Sind sie aber nicht.
Der Stone war das alles gewöhnt und man kann sich wahrscheinlich gar nicht vorstellen, wie dieser Mann die Welt wahrnimmt, die sich seit Jahrzehnten um ihn dreht.
Mr. Richards ging dann in den großen Aufnahmeraum und setzte sich an den für ihn reservierten Tisch
Wir wollten ihm schnell Jack Daniels mit Coke mixen, weil wir natürlich meinten die Diät des Meisters zu kennen, aber der Chef der Virgin Plattenfirma winkte ab: „Das trinkt der nicht! Mein Gott, Kinder! Hier; dass ist im Moment auf der Speisekarte: Rebell Yell mit Ginger Ale! Rebell Yell gibt es nicht in München, wir haben die Buddel extra einfliegen lassen, also passt mir ja darauf auf.“
Ich schüttete ein gutes Quantum von der goldgelben Flüssigkeit in ein Cocktailglas und dann Eis drüber und dann dieses Ginger Ale. Ich schwöre: ohne Speichel, aber mit zitternden Händen. Dann trabte ich los und servierte dem Chef sein Getränk.
Der hob seine Hand, deutete ein nicken des Kopfes an und murmelte so etwas wie „Cheers!“
Ich ging dann wieder in die Drumkabine wo ich Detzen helfen musste Drinks zu mixen.
Die Medipahs hatten Geschmack an dem kostenlosen Zeug gefunden und legten richtig los.
Detzen war allerdings auch schon ziemlich weit rausgeschwommen und hatte alle Leinen gekappt: „Was trinkt denn dieser Kurt Richard da? Kenn ich nicht! Mal sehen wie das schmeckt!“
Sprach`s und lupfte die Rebel Yell Flasche an den Hals. Den Kopf im Nacken, meditierte er beim abpumpen der Flüssigkeit Fachmännisch über den Geschmack des uns unbekannten Stoffs.
Das hatte der Virgin Chef geortet; ich glaube sein Name war Udo Lange und Wut und Entsetzen breiteten sich über seinem Gesicht aus, was man ja auch ein bisschen nachvollziehen kann.
Er eilte zu uns und bat:“ Männer, lasst den Scheiß, es gibt nur die eine Flasche!“
„Ach, schleich dich, Junge!“ meinte Detzen nun ziemlich wankend und mit noch mehr Wasser im Zahn, als sonst seine Sprache färbt. „Da is noch genuch drin für den Kurt!“
Er grinste mich an und meinte „Los Kleinkrieg, ich mach mal ein Foto von dir und dem Herrn aus England!“
Da ich in Wirklichkeit ziemlich schüchtern bin und ganz besonders bei Gelegenheiten dieses Ausmaßes, wand und zierte ich mich. Wir waren in der Nähe des Tisches, wo Richards saß und ich sagte zu Detzen „Nee, komm das ist mir zu doof da jetzt hinzugehen.“
„Quatsch!“ meinte mein 1.90m großer Freund hob mich hoch und stellte mich hinter den Meister, der mit Hans Jörg Riemann, ein Scherge der BRAVO, in ein Gespräch vertieft war.
Das wäre ja schon peinlich genug gewesen, aber er krakeelte dann auch noch rum:
“ Macht ma` Platz, der macht hier einen auf Schüchtern; aber Morgen freut er sich über ein solches Foto!“
Alle guckten, es war nicht angenehm.
Es passierten dann noch einige wirklich lustige Dinge und es würde den Rahmen sprengen das alles hier aufzuschreiben, aber Detzen hatte recht!
Ich freute mich wirklich über das Foto und habe es oft rumgezeigt, bis mir diese Angeberei eines Tages peinlich war und es auch alle gesehen hatten.

Heute; 2009!
Gestern bekam ich eine E-Mail aus Los Angeles, von Mack der seine Schubladen aufgeräumt hatte und ratet mal was er für Fotos schickte?
Richtig, ihr Volltreffer!

Dabeisein

@ Detzen – Ich danke dir ,mein Freund, ich habe mich noch mal riesig gefreut.

Ach ja, dass könnte noch interessant sein:
Der aus TV und Radio bekannte Medipah, dem ich in den Drink gespukt hatte, den sahen wir noch; den Kopf tiefgebeugt und in die Schultern gezogen, die Hände beide an der Nase und einen Sturzbach von Tränen im Gesicht.
Er kam von der Toilette.
„So eine Schweinerei!“ presste er mit schmerzverzerrter Stimme hervor.
Ja, ja, man sollte seine Nase eben nicht in alles reinstecken, was andere so liegen lassen.

Allet Jute

November 9th, 2009 by St.Kleinkrieg

Die jetzige Regierung geht heute über diesen historischen Grenzübergang in Berlin, wo vor 20 Jahren die Massen in den Westen strömten.
Du gehst nicht mit, obwohl du auch eine Regierung bist.
Und zwar eine, die nicht abgewählt wird.
Du gehst in ein neues Lebensjahr und vor den Massen aus dem Osten schütze dich der Himmel.
Alles Gute zum Geburtstag!!
Die Webregierung lebe; Hoch!

Noch mal Schwein gehabt!

Oktober 14th, 2009 by St.Kleinkrieg

Hallo liebe Leute,
der letzte Gig in Hamburg, der eigentlich von der Zeitung Penthouse gesponsert werden sollte, ( wo waren denn die Schnittchen, Kai Koelln?) war für mich ein besonderer Meilenstein in meiner abwechsungsreichen Karriere.
Ich war vor dem Gig für ein paar Tage dem Bundesrepublikanischen Wahlwahnsinn entflohen und mit meiner Frau nach Malle geflüchtet, um die letzten Sonnenstrahlen des Jahres 2009 am Meer zu genießen.
Leider wurde daraus ein Schmerzenstrip.
Ich hatte mich bei der Hausarbeit etwas zu verwegen auf eine Fensterbank getraut, um ein Rollo zu richten, dabei ist der Rücken in die Wicken gegangen und pünktlich mit dem Koffer vom Band holen, verabschiedete sich das hinten angebrachte Körperteil vollendst.
Ich erspare euch jetzt die Passion des St.Kleinkrieg unter Spanischer Sonne und das Gelächter der jugendlichen Poolbenutzer, in das dieselben ausbrachen wenn sie meinereiner in kleinsten Schlurfschritten vorbeiziehen sahen.
“Guck ma, der weiße Hai! ”
Am Morgen des 03.10., also am Tag des Auftritts in Hamburg, dachte ich ich müsste die Veranstalltung absagen. Ich konnte mich weder vor- noch seitwärts bewegen. Ich konnte mich überhaupt nicht mehr bewegen und hatte nur noch Schmerzen.
Ach; was sage ich, – Ich war Schmerzen!
Der ausgediente Müntefering würde sagen: “Kleinkrieg kann Schmerzen!”
Jau und nicht zu knapp! Aber Münte ist Geschichte und der Schmerz war da.
Das meine Eltern sich in einem fortgeschrittenen Alter befinden und aus diesem Grunde einen prallen Medikamenten, sprich -Giftschrank zu Hause haben, rettete mich.
Ich quälte mich erst zu Fuß zu der Mietwagenstation der Europcar, dann hinter das Steuer eines nicht wirklich gut gereinigten Scheißautos und dann zum elterlichen Haus, um von meinem Vater eine halbe Flasche Tilidin zu erbetteln.
Der hatte Mitleid mit seinem Erstgeborenen und gab mir den Stoff, den ich wirklich empfehlen kann.
Natürlich sollte man die Dosis erst gar nicht in den Gefilden die einem ein Arzt verschreibt suchen sondern ; fröhlich eingeschenkt.
(Es ist aber lange nicht so heiß wie die Medien einem weißmachen wollen. Das Valeron, welches ich in seliger Zeit, Anno 1977 beim Barras schluckte, hatte erheblich mehr Oktan.)
Man nimmt das Zeug ja um die Schmerzen zu eliminieren und nicht um sie ertäglich zu machen. Ich will mich mit so Scheiß Schmerzen doch gar nicht auseinandersetzen, oder gar ein Verhältnis zu ihnen aufbauen.
Nein Sir; sie sollen verschwinden!
Ich kann euch sagen- wenn ich mich nicht ruckartig bewegt habe , waren sie weg. Ich hatte geladen wie ein 30 Tonner und Bubi übernahm die Fahrt nach HH.
Angekommen im Knust, knallte ich mir erst einmal eine weitere Ladung von den segensreichen Tropfen in die Figur und erledigte den Soundcheck bravorös!
Mitlerweile war das Vorprogamm ,-“Betty Blitzkrieg” in der Garderobe aufgetaucht und mischte sich in unsere Unterhaltung über mein Rückenleiden. Er meinte er könne die schlechten Energien durch bloßes Handauflegen absorbieren und mich somit schmerzfrei machen.

Dabeisein

Ich sagte, dass wäre sehr freundlich von ihm, aber er solle mir vom Leib bleiben, sonst würde ich ihm was auf`s Maul hauen.
Blitzkrieg trollte sich und spielte einen Gig, den wohl einige unserer Fans gut fanden. Ohne Bass. Er sollte sich einen Basser zulegen und viel mehr würden es gut finden. (Achtung-Privatmeinung)
Dann waren wir dran.
Ich habe mir die kleinen ClipsUnited Filmchen angesehen und ich meine; ich bin ja noch nie so ein Bühnenirrwisch wie der Pirouettenkönig Tom Schwoll, oder Flitzefinger Bubi gewesen, aber da, am 03.10.2009, wirke ich als ob ich 200 Litter Revell Modellbaukleber getrunken hätte.

STIFF!

Gott und Tilidin sei gedankt, es ging alles gut. Halt, ich muß mich auch bei Michael Michalschewski bedanken, der mir immer zwischen den Stücken ein Getränk anbot, so das ich mich nicht bücken brauchte. Das hätte nämlich nicht geklappt und ich würde diesen Bericht nicht schreiben können, weil ich andernfalls verdurstet wäre.
Überhaupt waren alle aus der Extrabreit Familie ganz lieb zu mir und machten es mir so angenehm wie möglich.
Danke!
Jetzt, hier und heute wo ich etliche Arztbesuche, eine Kernspintomographie und 100 Stunden auf einer Wärmflasche hinter mir habe, bin ich auf dem Weg der Besserung.
Ich habe die Medikamente wieder abgesetzt und ich bin froh das es problemlos ging.
Das nur mal so für die, die bei dem “Penthouse Super Fan Konzert” von Extrabreit am 03.10.2009 dabei waren und sich gefragt haben. “Warum hat der denn so eine Angst?”
Die hatte ich, Leute!
Als Annemarie auf die Bühne kam und anfing Power Foxtrott zu steppen, sah ich es schon vor mir:
Mich; in der Mitte durchgebrochen. Fontänen von Blut und Gedärm….................................................!
Das geht doch nicht, ich will ja noch ein paar Jahre, denn trotz aller Schmerzen und Widrigkeiten; ich mache das immer noch mit Leib und Seele.
Und natürlich solange, wie ihr es noch gut findet.

Bis bald!

Kommen Sie zum Konzi !

September 30th, 2009 by St.Kleinkrieg

Hallo Norden, Hallo Hamburg,
am 03-10-09 im Knust!
Das Mutterschiff, in ganzer Pracht!

Dabeisein

Ich komm noch lange nicht nach Haus

September 13th, 2009 by webregierung

Liebe Leute,

lange war es still und es wird auch noch ein wenig so bleiben.
Aber ich habe in eine alten Zigar…..!
Ihr kennt das!

Soviel sei gesagt; es geht mir gut und ich bastle an diesem und jenem rum.

Aber der Spitzenblog hat mir ja immer viel Spaß bereitet und deshalb noch einmal das alte Lied: Download!

Wer hat noch nicht, wer will noch mal!

Heute präsentiert ASPE-Brasil einen verschollenen Track aus der Abteilung “Gemütsverfassungen”

Sehr verehrtes Publikum
APSE Brazil präsentiert
APSE BRAZIL
von “St.Kleinkrieg & den Soulbumpers”
Ich komm noch lange nicht nach Haus

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Feuer !

August 28th, 2009 by St.Kleinkrieg

Guten Morgen, liebe Leute!
Der Rauch hat sich verzogen und man hat einen freien Blick auf die Flammen.
In vollem Gallop werden wir heute Abend die letzte Lücke schließen.
Die Innenstadt!
Das Mutterschiff ist voll begetankt und aufmunitioniert.
Hagen; die Breiten kommen!
Attacke ! !

Attacke

Autsch !!!

August 22nd, 2009 by St.Kleinkrieg

Eddy Kante: Schauspieler, Bodygard und Freund unseres Hauses; erholt sich von den Folgen eines schweren Motorradunfalles.

Ein unverschuldeter Crash legte Eddy in Gips.

Bei dem Ereigniss hat sein Schutzengel Überstunden geschoben und auch noch Hilfe angefordert.
Jetzt ist Eddy aber wieder auf dem Weg der Besserung, die wir ihm alle von ganzem Herzen schnell wünschen.

Ab sofort darf Herr Kante seinen Geburtstag 2 mal im Jahr feiern.

Autsch!!

Gute Besserung

RiP

August 14th, 2009 by St.Kleinkrieg

Les Paul

RIP Willy

August 9th, 2009 by St.Kleinkrieg

Einer meiner Helden.
Ein Mann von unvergleichlicher Stilsicherheit und ungewöhnlichem Geschmack.
Eine Jahrhundertstimme und ein exelenter Songschreiber ist für immer verstummt;
Ruhe in Frieden: Willy deVille!
Heaven stood still!

RIP

Juli 19th, 2009 by St.Kleinkrieg

Wegen akuter Vernebelung ziehe ich mich für unbestimmte Zeit aus dem operativen Tagesgeschäft zurück.

Immer weiter

Juli 11th, 2009 by St.Kleinkrieg

Mit dem heutigen Tag nähert sich unser guter Bubi, dem Ziel; die Postleitzahl unserer Heimatstadt an Lebensjahren zu übertreffen.
Nur noch 4 Jahre, dann ist es geschafft.
Voerst aber ein dreifach schmetterndes: “Herzlich`n Glückwunsch zun Geburstach!” Bubi Hönig tritt ein in die 54ste Runde des Kampfes: BUBI vs. LEBEN
Bubi, der Kampf geht weiter!

BUBI

Die 80 ger sind für immer vorbei

Juni 26th, 2009 by St.Kleinkrieg

Jetzt ist er also tot!
Man hat ja immer gezweifelt ob er eine menschliche Existenz war. Dieser Mann von undefinierbarer Hautfarbe.
Dieses Megatalent. Tanzkönig und Rhythmusmagier.
Damit wir uns richtig verstehen, ich war kein Fan, aber man kam in den 80 gern nicht am King of Pop vorbei
und die Videos waren in ihrer Zeit Spektakel pur.
Nicht eine Sekunde möchte ich in den Schuhen dieses Showmutanten gestanden haben; der sein perönliches Glück
stets seiner Karierre unterordnete.
Was für ein Leben, was für eine Existenz.
Ruhe in Frieden,
Michael Joseph Jackson

Mich kennt jeder

Mai 22nd, 2009 by St.Kleinkrieg

Der Sommer steht vor der Tür.
Da gibt es nix dran zu rütteln. Das steht in meinem Kalender und auch in unser aller Hormonzirkus. Ich meine; man merkt doch auf, wenn die warmen Sonnenstrahlen all die verborgenen Schätze wieder ans helle Licht des Tagen ziehen.
Die Blumen in den Parks und alle Menschen, zeigen sich von ihrer sonnigsten Seite.
Besonders die Damenwelt enthüllt mach mal mehr, als nötig wäre.
Nun gut , wir wollen hier nicht Altmänner Phantasien durchkauen, sondern uns den „Melodien des Lebens“ widmen, die wie ein zarter Streich über eine Harfe in uns Gefühle und Erinnerungen an vergangene und besondere Moment anklingen lassen.
Pling!
Aber da der Sommer vor der Tür steht und die Webregierung in ihren wohlverdienten Urlaub fährt, stehe ich ohne meine besten Mitarbeiter, alleine in den verwaisten Büros des Spitzenblogs und weine leise vor mich hin.
Unter solch starken nervlichen Belastungen kann und will ich nicht wirklich arbeiten. Deshalb erzähle ich heute keine Geschichte aus meinem Leben, sondern eine, die mich schon mein ganzes Leben begleitet.
Oha, denkt der Leser, nu kommt`s!
Ob es sich hierbei um eine wahre Begebenheit oder nur um die durch ständige Kolportage, aufgeblähte Story eines, was weiß ich wie man das nennt, ist: überlasse ich eurem Scharfsinn und fange einfach an:

Es war ein wunderschöner Tag, so zwischen den Jahreszeiten; Spätsommer, Frühherbst.
Die Blätterwelt hatte einen Goldzauber über sich gestreift und die Sonne polierte diesen unablässig. Zu allem Glück kam auch noch, das es Sonntag war. Sonntag in einer kleinen Stadt.
In einem Vorort einer kleine Stadt.
Die Kirchenglocken läuteten um die guten und gläubigen Menschen an den Kirchgang zu erinnern. Bald würde in den wohlaufgeräumten Strassen der Gemeinde der Sonntagsbratenduft Hof halten.
Da trafen sich auf der Strasse die zur Kirche führte zwei alte Freunde.
Nennen wir sie der Einfachheit und auch des Datenschutz halber: Karl und Bernd!

Melodien des Lebens

„Mensch Karl, dass gibt es doch gar nicht. Wie lange ist das jetzt her? Ne, wirklich so lange haben wir uns nicht gesehen, ich freue mich. Was machst du den so immer?“
„Bernd, alte Baracke, hast dich auch nicht die Bohne verändert. Ja, wirklich, so lange ist das schon her. Nein, nein, nein, gibt es doch gar nicht!“
Die beiden alten Freunde freuten sich wirklich und wir wollen uns etwas diskret Abseitshalten um ihrem Freudentaumel aus dem Weg zu gehen. Man weiß ja das bei solchen Gelegenheiten auch die Sozialen Ränge erst einmal unauffällig überprüft werden müssen, um dann einzuschätzen mit wem man es da nun wieder zu tun hat.
Während des Begrüßungswiedersehenszeremoniell passierten unablässig eifrige Kirchgänger unsere beiden Freunde und alle; ausnahmslos alle Menschen, grüßten Karl!
Die Grußformeln variierten ständig:

„Moin Karl!“
„Hepah, Karl!“
„Hallo Karl!“
„Guten morgen, Karl!“

„Hallo Karl!“
„Karl, Shalömchen!“ um nur ein paar zu nennen.

„Sag mal Karl, um Himmels willen, dich scheint ja Hinz und Kunz zu kennen, dass gibt es ja gar nicht. Ich wohne ja schon 17 Jahre in dieser Gegend; gleich da in der Elmstrasse, aber mich hat ja noch keiner gegrüßt und ich kenne auch niemanden. Was machst du denn? Bist du berühmt?“
„Ha, Ha, Ha, nein, ich bin nicht berühmt. Ich bin bekannt! Mich kennt jeder! Auf der ganzen Welt kennt mich jeder. Wenn du das berühmt nennen willst; bin ich berühmt. Aber eigentlich für nichts was man tut. Ich bin einfach nur Karl und mich kennt jeder Mensch auf Gottes schöner Welt!“
Bernd guckte Karl zweifelnd an, als hinter Karl ein atemberaubende Blondine vorüberschwebte und gurrte: „Karl, Cherie, du bist der Beste!“
Karl lächelte Bernd an und zuckte mit den Schultern: „Ist nun mal so, kann ich nix dran machen!“
Bernd versuchte seine Fassung wiederzufinden und stammelte:
“Gut ja, gut, du bist bekannt, meine Güte so was?!....Aber alle Menschen auf der Welt…..“
„Alle Menschen auf der Welt kennen mich, da gehe ich jede Wette ein!“ ,unterbrach Karl das hilflose Gestammel seines lange nicht gesehenen Freundes, Bernd.
„Das glaube ich nicht!“, rief Bernd fasst verzweifelt, denn er hatte sich in all den Jahren ihrer Freundschaft; heimlich immer für etwas Besseres gehalten und war nun in seinem Welt und Wertebild, erschüttert.
„Hallo Karl, willst du heute zum Essen kommen?“ rief hinter den beiden eine Frau aus dem Fenster des Hauses vor dem sie standen und man konnte ganz deutlich den Rinderbraten riechen der in der Röhre schmorte.
„Nein, heute nicht!“ antwortete Karl und sagte zu Bernd,
„ Ich wette mit dir, um was du willst, dass auch der Papst mich kennt. Der Papst in Rom!“

Jetzt sah Bernd Land!
Der Papst, ein ziemlich seniler alter Mann, der sich in seinen langen Brokatgewändern, murmelnd im Weihrauchdampf halb dune gebetet hatte und sein Areal, den Vatikan, nur in Mega Begleitschutz verließ; konnte Karl gar nicht kennen!
Unmöglich!
„Top die Wette gehe ich ein! 10.000.- € Der amtierende Papst in Rom kennt dich nicht! Das sage ich; Bernd Schackanowski, Elmstrasse 667 in Weitweg!“
„Na gut.“ sagte Karl dabei lächelte er milde, so ein Lächeln dem man entnehmen konnte, dass diese Prozedur schon öfters von ihm durchgestanden worden war.
„Aber ich will kein Geld von dir. Wenn du verlierst und das ist sicher, zahlst du die Reisekosten und damit ist gut!“
Bernd wertete das jetzt als Rückzieher und wurde selbstsicherer.
„O.K., ich habe mich von Ulla getrennt und Urlaub habe ich auch noch zu kriegen, von mir aus können wir gleich losmachen. Wie steht es mit dir?“
„Kann mal jemand in meiner Firma anrufen, dass ich die nächsten Tage nicht komme?“ rief Karl mit zu Trichter geformten Händen in die Einfamilien Häuschensiedlung hinein und ein etwa 3o Faches Stimmengewirr antwortete:

„Klar, Karl! Wird gemacht!“
„Danke!“
sagte Karl laut, dann legte er seine Arm um Bernd und fragte; während sie die Strasse runtergingen.
„Du hast dich von Ulla getrennt? Das ist aber schade. Ihr wart doch so ein schönes Paar!“
Dabei nickte er unablässig grüßend nach links und rechts. Die Kirche war aus und die Gläubigen strebten ihren Heimstätten zu und alle, wirklich alle, kannten Karl und grüßten ihn.
„Na, wo soll es den hingehen, Karl?“ fragte der Taxifahrer in dessen Droschke sich Bernd und Karl auf dem Rücksitz eingefunden hatten.
„Zum Airport, bitte!“ sagte Karl.
Der Taxifahrer lächelte und sah mit einem Kopfschütteln via Rückspiegel auf Bernd und meinte: „Airport; wieder einmal nach Rom?“
„Yo, Rom!“ presste Karl hervor, während er sich den Sicherheitsgurt anlegte.
Das gab Bernd zu denken. Sehr zu denken!
„Hey, Karl! Alles frisch im Schritt?“ grüßte der Gepäckträger auf dem Flughafen und das Abfertigungspersonal am Counter rief der langen Schlage von wartenden Menschen zu:
„Würden Sie bitte Karl vorbeilassen; Danke!“
Die Leute gingen beiseite und unter: „Hi, Karl!“ und „Hallo, Karl!“ Grußformeln, checkten Bernd und Karl ein.
Dann bestiegen sie das Flugzeug nach Rom und der Pilot meldete sich über Lautsprecher:
„Meine sehr verehrten Damen und Herren, ich begrüße Sie recht herzlich auf unserem Flug nach Rom. Ganz besonders allerdings begrüße ich an Bord, Karl!“
„Hallo Karl!“ ca. 250 Passagiere des Fluges LH602 nach Rom im Chor
Bernd war in seinem Sessel zusammengesunken und litt an einer Schnappatmung, als die Stewardess Karl fragte:
„Karl, Moet ist leider aus. Tut es auch ein Heidsieg?“
Sie waren in Rom angekommen und die Zöllner begrüßten Karl, mit: „Bongiorno Carlo!“
Bernd sah fast alles verloren, doch da schöpfte er Hoffnung.
Eine Maschine aus Wien war gelandet und als ersten brachte man einen Rollstuhlfahrer von Bord.
Die gelbe Armbinde mit drei schwarzen Punkten wies den Mann eindeutig als Blinden aus. Er hatte eine fast schwarze Brille auf und wurde von einem der Zöllner an den Ausgang gefahren, wo ihn wohl jemand abholen sollte.
Bernd dachte:
„Das ist zwar nicht ganz fair aber: Alle Menschen, heißt: alle Menschen!“
Da kann man keine Diskriminierungen von Blinden im Rollstuhl zulassen.
Die beiden Freund gingen an dem Blinden vorbei und Bernd öffnete gerade den Mund um einen Jubelschrei loszulassen, da bewegte der Blinde seinen Kopf und streckte die Nase nach oben, im Stevie Wonder Rhythmus hooverte er die Luft ein, dass man meinen konnte, das Ansauggeräusch eines 12 Zylinders zu hören.
„Karl? Jesses, Karl, bist du des? Natürlich, der Karl! Grüß dich, ma Liaber“ : striezelte er im breitesten Wianerdeutsch.
Bernd sabberte und verlor fast die Besinnung, vor Wut über den behinderten Wiener Rollimann.
Er hätte dem Typen eine zwischen die Zähne geben können.
Näher würde er den 10000.- € nicht mehr kommen, dass wusste er und der Rest der Reise mit Bus und Bahn zum Petersplatz, war eine einzige Niederlage für ihn.
„Chiao, Carlo!“
„Hello Charlie!“
“Charlo, com esta?” u.s.w.
Auf dem Petersplatz angekommen, sahen sie eine riesige Menschenmenge vor dem Balkon des Petersdoms versammelt.
Natürlich wurde Karl von jedem erkannt und sie einigten sich darauf, dass er einen Hut und ein Moskitonetz tragen dürfe, um die Gegenüberstellung mit dem Papst abzukürzen.
Diese Utensilien hatte Karl aus verständlichen Gründen immer am Mann.
Die Menschen reagierten in dieser Gottgefälligen Umgebung besonders überschwänglich, wenn sie Karl sahen und es hätte sonst Tage gedauert, jeden Gruß zu erwidern.
„Also Bernd, ich gehe jetzt in den Dom und bin in knapp 20 Minuten mit dem Heiligen Vater auf dem Balkon!“
„Ja, Ja!“ sagte Bernd, der nicht nur Jahre seines Lebens eingebüßt, sondern auch den Glauben an die Menschheit und ihrer Angehörigen ziemlich verloren hatte.
Er war; wenn es jemals ein Mensch war, Erschüttert!
Es kam wie es kommen musste:
Der Papst stand im vollen Ornat auf dem Balkon. Mit dem krummen Knüppel und dem Kaffeewärmer auf dem Kopf. Die Mensch applaudierten und sahen verzückt zu ihm hoch.
Als er sich dann nach hinten wandte und Karl bei der Hand nahm, seine Arm in den Himmel über dem Petersplatz reckte, ganz so wie der Schiedsrichter bei einem Boxkampf den Sieger ausruft, schrie er in die Mikrophone:
“Mein Freund – Kaaaarrrrllll! Urbi et Orbi! Karl, lebe hoch !“
Da nahm der Applaus einen Schallpegel an, als ob eine Horde Formel Eins Rennwagen durch dein Schlafzimmer fahren und die Trompeten von Jericho links und rechts in zweier Reihen stehen. Tausende Kehlen schrieen:
„Hallo, Kaaarrrlll!“ und applaudierten.

In diesem Moment sah Karl vom Balkon aus, dass sein Freund Bernd in Ohnmacht fiel und auf dem Petersplatz, zwischen all den Menschen aus Hunderten von Nationen, lang hingeschlagen war.
„Bernd, Mensch, Bernd! Was machst du denn? Du warst doch vorbereite, dass kann doch so überraschend nicht mehr gewesen sein. Junge, komm hoch!“
Karl war auf den Platz geeilt und beugte sich über Bernd, der nun das Bewusstsein wiedererlangt hatte.
„Here`s some Water, Karl!” sagte eine dicke Amerikanerin die in dem Menschenring stand, der sich um die beiden Freunde gebildet hatte. Karl gab Bernd einen Schluck aus der dargereichten Flasche, den dieser gierig trank.
„Nein, ich hatte mich damit abgefunden das dich jeder kennt.“
Stammelte Bernd nun in einer Mischung aus hoffnungsloser Ergeben und resignierter Weisheit. Dabei wischte er sich die Wassertropfen vom Kinn.
„Jeder, jeder jeder; auch der Papst! Das war alles keine Überraschung mehr.

Aber als mich der kleine Chinese neben mir fragte.:
“ Tschuligung, wel is del Mann neben Kall?“
hat`s mich umgehauen!“

E N D E

Der Flug in der Enterprise

Mai 14th, 2009 by St.Kleinkrieg

Wenn ich aus meinem Fenster schaue und das verspätete Aprilwetter beobachte, wünsche ich mir tiefen, dunklen November.
Richtiges Jackenwetter, mit Scheinwerfergrütze auf dem Asphalt.
Ist mir lieber als dieses Muschiwetter, dass sich nicht entscheiden kann.
Ich hasse diese Blitzwechsel, von Sonnenschein auf dunkle Regenphasen, wie die Pest.
Na ja, ich habe mir ja so ein paar Reisstrohmatten als Rollos gekauft, um die Sonne vom Fernseher fernzuhalten; lass ich die eben runter und versuche mich an die Zeit zu erinnern, als Wetterfühligkeit ein Begriff war, der für ältere, kranke oder pflegebedürftige Menschen eine Rolle spielte.
Aber nicht für mich.
Es war ein goldener Herbst und ich befand mich im letzten Quartal meiner Soldatenzeit.
„Im Feldquartier, auf hartem Stroh, da sing ich meine Lieder….!“
Nein, so war es nicht; nicht ganz. Ich hatte zwar eine heftige Zeit mitgemacht, mit „Unerlaubtem Entfernen von der Truppe“ und allerlei Schnick – Schnack, aber darüber will ich vielleicht ein anderes mal schreiben.
Heute erzähl ich euch die Geschichte vom „Flug in der Enterprise“

Melodien des Lebens

Ich war zum Wochenende aus der Kaserne gekommen und hatte vor, mit meinem Freund Käptn Horn, so richtig einen draufzumachen.
Durch irgendeine Publikation hatten wir erfahren, dass im Sauerland ein Rockfestival stattfinden sollte. Oder so was ähnliches. Es war gepaart mit einer großen Kirmes. Da diese Geschichte wirklich über 30 Jahre her ist, möge man mir verzeihen, wenn ich die genaue Örtlichkeit nicht mehr so parat habe. Ich glaube, es war irgendwo in Lüdenscheid.

Guter Reim – „Eine kleine Örtlichkeit – irgendwo in Lüdenscheid.“
Das wird mir die angeschlagene Musikindustrie aus den Händen reißen, sobald ich es vertont habe….!

Egal, wir hatten uns also mit irgendjemandem, im Auto, auf den Weg gemacht um Zeugen dieser Volksfestartigen Darbietungen zu werden und um im Schutz der versammelten Öffentlichkeit Drogen zu konsumieren, um uns auf unsere Art so richtig zu Amüsieren.
Zu diesem Zweck hatten wir; von einem Stadt – und uns bestens bekannten Drogenhändler, 4 allerliebste Löschpapiere gekauft.
Das waren zu der Zeit sehr beliebte LSD Darreichungen. Der Stoff war auf den Filz geträufelt und man schluckte das kleine Papierchen runter. Das ging wie nix Gutes und es hieß: warten bis die Wirkung einsetzte. Die konnte man dann nicht mehr bestimmen und ich sage mal so; dass ein oder andere Mal wäre es besser gewesen ich hätte den Filz weggeschmissen und mich nüchtern und unbedröhnt meinem Schicksal ergeben. Aber was will man machen!
Wir waren jung und brauchten den Rausch.
Ich ganz besonders, denn ich war nach einem Jahr Bundeswehr schon ziemlich matschig und das einzige was mir eine Perspektive war, war diese Band die ich mit dem Käpt`n zusammen starten wollte. Ich kann heute im Rückblick nicht mehr sagen wie weit unsere Pläne diesbezüglich gediehen waren, aber er war schon Teil unseres Lebens geworden, der große Plan von der Band!
Der Käptn und ich; wir waren zwei im Drogenkonsum erfahrene Leute und zeichneten uns durch unsere maß und stilvolle Art, mit den Mächten der Bewusstseinserweiterung umzugehen, aus!
Immer Cool und auf Distanz zu den Giften, aber interessiert. Sehr interessiert!
Ich hatte, besser ging es gar nicht, bei meiner Tätigkeit als Truppensanitäter einen Kurs im Blutabnehmen gemacht und Injektionsnadeln zogen mich magisch an.
Ja, ihr denkt jetzt. “ Gott; gibt der an!“
Stimmt aber.
Ich war durch reinen Zufall, an eine oder mehrer Schachteln Valeron Ampullen, einem Opium Derivat gekommen und wir hatten es uns nicht nehmen lassen, meine, auf Staatskosten erworbenen Fähigkeiten, im Umgang mit Medizinischem Gerät zu testen. Tolle Sache!
Ich war ein Naturtalent und wir waren „Gefahrensucher“, immer bereit jeden Selbstversuch mitzumachen, der uns der „Bewusstseinserweiterung,“ oder der „Bewusstlosigkeit“ näher brachte.
Multitoxikologische Forscher mit spirituell, psychedelischem Hintergrund, am Rande der Unendlichkeit!
Da fällt mir ein…...!
Es gehört jetzt eigentlich nicht zu dieser Geschichte, ist aber ganz lustig, so das ich das mal eben hier loswerden muss:

Es geht dabei um Injektionsnadeln und die blitzartige Wirkung, die präzise gesetzte Spritzen mit brisanter Ladung haben können.
Ich war, wie gesagt, bei den Sanitätskräften der Bundeswehr und hatte diesen Lehrgang zum Blutabnehmen mitgemacht. Das wird an einem künstlichen Arm, der auf ein Holzbrett geschraubt ist, geübt. Der Arm hat eine Hornhautumbrafarbene Vinylhaut und unter dieser, Gummischläuche, die Venen darstellen sollen. In diesen künstlichen Adern ist Kunstblut das der Proband mit seiner neu erworbenen Fingerfertigkeit und einer Bundeswehreigenen Spritze aus dem Kunstarm raussaugen soll.
Eigentlich Pippileicht, aber wie alles dauert das bei der Bundeswehr seine Zeit.
Kurz, ich hatte diesen Lehrgang erfolgreich abgeschlossen und musste jetzt im Krankenrevier des Sanitätsbereiches die morgendlichen „Blutsenkungen“ bei den Patienten machen, bevor der eigentlich Sanitätsbetrieb losging.
Ich arbeitete mich also mit meinem Unteroffizier durch die Arme der armen Kameraden, als wir von der Putzfrau der Standortverwaltung angesprochen wurden.
Der Sanitätsbereich wurde von Zivilangestellten der Standortverwaltung gereinigt.
„Hey, Jungens ich bin heute so nervös, also so richtig blöde, habt ihr nich` irgend ein Mittel für mich ?“
Der Unteroffizier, ein feiner Kerl, aber auch keine große Leuchte, grinste verschlagen und sagte: „Ja, aber sicher Gnädigste, da habe ich genau das richtige. Und der Obergefreite Klein kann Ihnen das auch gleich geben. Der hat ja jetzt seinen Lehrgang hinter sich gebracht, soll er mal zeigen ob er das auch umgekehrt kann. Ha ha, ha, ha!“
Die Reinigungskraft, mit dem schönen Namen, Frau Matuscheck, setzte sich auf die Behandlungsliege im Behandlungsraum und machte den Arm frei. Der Uffz. zog irgendwas auf die Pumpe und band ihr mit diesem Adernabbinder den Arm ab. Ich wollte noch sagen:
„Ja, aber das dürfen wir doch gar nicht, Herr Unteroffizier!“ da hatte mein Vorgesetzter mir schon die Gun in die Hand gedrückt und zeigte mit einem eiskalten Kopfnicken und den Worten, “Feuer frei!“ auf Frau Matuscheck.
Feuer freiDie Ader lag dick, blau und glänzend im Scharnier des Putzfrauenarms und ich war mir sicher, die würde ich nicht verfehlen.
Mein Professioneller Ehrgeiz bahnte sich seinen Weg und ich dachte nicht mehr lange nach. Ihr habt doch sicher Bekannte oder Verwandte die in Pflegeberufen oder Sanitätseinrichtungen arbeiten? Ja; dann wisst ihr auch, dass solche Leute eigentlich immer die besseren Ärzte sind; oder sich immer dafür halten.
Ich machte da auch keine Ausnahme.
Diese Frau war nervös, abgespannt und vielleicht auch mit ihrem Leben nicht im Reinen.
Da muss man doch helfen! Da kann man doch nicht abseits stehen!
Ich konnte helfen, also tat ich es auch.
Was ich der guten Frau da geschossen habe, weiß ich nicht, aber als der Uffz. mit den Worten:
„Und ab die Post!“ den Adernabbinder löste, sackte Frau Matuscheck wie vom Blitz getroffen, bis auf ihren Bauchnabel in sich zusammen und wir konnten von Glück sagen, dass sie ihren Schrubber wie eine Lanze in der einen Hand hielt. Das gab der geschundenen Frau die einzige Stabilität die sie vor dem hinschlagen auf den Fußboden rettete.
„Ach du Scheiße! Frau Matuscheck? Frau Matuscheck? Is` Ihnen jetzt besser? Nich` mehr so nervös?“ fragte der Uffz. ziemlich dämlich und wieselte beflissen um die angeschlagene Reinigungskraft herum.
Ich stand; sinnbildlich, mit der rauchenden Waffe neben dem Behandlungstisch und war erschüttert.
„ Ahahahaha! Waaass maach ihh mi miie?“ war alles was Frau Matuscheck mit einer Morlockstimme hervorbrachte, als ob ihr Gaumen mit Moltofill ausgespachtelt und ihre Zunge mit Rübenkraut gefüllt worden wäre.
Dabei guckte sie mit solch trüben Augen pfostengleich vor sich hin, dass man dachte, sie hätte ihr eigenes Aufwischwasser getrunken.
Ein Speichelfaden sabberte auf ihre geblümte Schürze.
„Waaas maaach ihh mi miie? Ahahahahah“ war alles was sie noch sagte und klang dabei, wie ein Steifteddy, der schon lange nicht mehr gebrummt hat; dann versuchte sie es sich auf der Behandlungsliege mollig zu machen.
Aber das war die Rechnung ohne den Unteroffizier, der jetzt disziplinarische Folgen auf uns zukommen sah.
Auch ich sah mich schon vor einem Peloton, mit oder ohne Augenbinde. Das auch mit Recht, denn es war strengstens verboten Behandlungen ohne Arzt vorzunehmen und solche eine „Narkotisierung“ sowieso.
„Klein, hol die Klamotten von Frau Matuscheck, die muss weg, ehe der Hauptfeld und die Ärzte hier sind! Schnell, schnell!“
Die Vertuschung der bösen Tat begann.
Ich rannte in den Putzfrauenaufenthaltsraum und holte den Mantel und den Hut und die Handtasche der Putzfrau und wir zogen ihr das Zeug an.
„Waaaass maach ihh mi miie? Aahahaha!“ war dabei die ständige Melodie die, die alte Matuscheck flötete.
Gruselig!
Wir schleiften sie die Treppe runter und der Uffz. sprach in dem Tonfall, mit dem man sonst mit Kindern oder Haustieren spricht: „So, Frau Matuschek, gehen Sie mal schön nach Hause; heute putzen wir selber. Legen Sie sich ein halbes Stündchen hin, dann wird Ihnen schon wieder besser werden. Alles wird gut. Auf Wiedersehen! Auf Wiedersehen! Sprechen Sie mit keinem!“
Ich bewunderte die Kaltschnäuzigkeit dieses ausgebufften Hundes.
Wir beobachteten aus dem Geschäftszimmer, im ersten Stock des Sanitätsbereiches, wie die gute Alte den Weg runterschwebte. Mit butterweichem Gang, den Hut, wie John Wayne im Nacken; schaukelte sie mit ihrer Handtasche, am langen Arm, durch den Kasernenbereich, auf die Laterne, vor dem großen Tor zu.
Geschafft, sie war weg!
Ich fragte den Unteroffizier was wir ihr denn eigentlich verabreicht hätten. Er guckte mich mit Verschwöreraugen an und sagte: “Das willst du gar nicht wissen!“
Wir gingen wortlos an unserer Arbeit.
Am nächsten Tag kam sie mit dem „Du, du, du!“ Finger auf uns zu;
„Ihr seid mir die Richtigen! Was habt ihr mir denn da gegeben? Ich habe den größten Krach mit meinem Mann; hab ja den ganzen Tag im Bett verbracht. Konnte gar nicht Kochen. Nein, nein, nein, wenn man euch auch schon mal braucht!“
Der blanke Undank!

So; dass nur mal am Rande, um euch den leichtfertigen Umgang mit Drogen zu schildern, der damals so herrschte.
Ich meine, ich schreibe hier über die 70ger
Unnötig zu sagen das diese Geschichten einer dunklen Vergangenheit angehören und nicht zum Nachahmen empfohlen werden.
Aber es ist ja keiner zu größerem Schaden gekommen, also; was soll`s?

Auf nach LüdenscheidZurück zum Rockfestival mit angeschlossener Kirmes in; vermutlich, Lüdenscheid, oder Weitweg.
Schon vor der Fahrt, im Auto des Unbekannten, der uns zu dieser Veranstaltung fuhr, hatten der Käpt`n und ich jeder einen ganzen Filz geschluckt, denn wir wollten ja drauf sein wenn wir ankommen.
Aber es tat sich nichts.
Im Körper nichts Neues
Wir waren eine ganze Weile unterwegs gewesen und der Käpt`n sah sein
Wochenendvergnügen schwinden.
Die nackte Verzweiflung schwang in seiner Stimme:

„Merkst du was? Ich merke nix! Gar nix! Oder doch? Ne ; war nix. Scheiße, das sind Blindgänger, Mist!!“ so ging das die ganze Zeit.
Ich merkte aber auch nix.
Nicht die Bohne. „Los, Stefan, gib mir den andern auch noch, vielleicht klappt der ja. Dieser Dealerarsch, versaut einem das ganze Arrangement; ich hatte mich schon so gefreut !“
Ich auch und deshalb schluckte wir jeder noch den anderen Trip.
Nix passierte.
Wir waren angekommen und es war ein richtiges Volksfest mit Fressbuden und Karussells.
Jede Menge Menschen und am Ende des Platzes war ein riesiges Zelt aufgebaut. Von da kam ohrenbetäubender Lärm.
Das Rockfestival!
Ein ungefähr 30,2 Meter lange Schlange von Menschen wartete auf den Einlass. Wir stellten uns auch an. Jetzt ging es ganz schnell, alle gingen rein. Nur; bevor ich die Zelttür passieren konnte, senkte sich ein Arm, zu dem normale Leute Bein gesagt hätten und versperrt mir den Weg.
„Halt, er’s ma watten, bis dat Volk sizt!“ sagte ein als Ordnungskraft angestellter Rocker, von einem Körpermaßindex, der den Alditaschenrechnerspeicher mühelos überfordert.
Ich guckte so vor mich hin, als ich eine glühendheiße Woge durch meinen Körper schießen spürte und auch hörte! Die Schädeldecke würde sich lösen, um dem Hirn ein wenig frische Luft zu gönnen; so ein Gefühl!
Eben: Die perfekte Welle!
Ich dreht mich zum Käptn der einen puterroten Kopf hatte und mit einen Popeygrinsen „Endlich !“ hervorstieß.
Die Droge hatte also angedockt! Wir waren im Geschäft. Jeder 2 Trips unbekannter Durschlagskraft, auf einen Zeltfestival in den Tiefen des Sauerlandes, in einer Schlange vor einem Bierzelt, das von Monstern bewacht wurde!!
Jetzt nur nicht nervös werden!
„Na, dir geht es aber auch nich so; wa?“ fragte das Monster vor mir, „Dann ma rein!“
Er hob den Beinarm und der Käpt`n und ich flutschten durch und waren im Zelt.
Irgendeine Band spielte, ich weiß nicht mehr wer, aber es waren 2 Bühnen. Eine Große an der Stirnseite und eine kleinere an der Längsseite des Zeltes.
Wir suchten uns den damals üblichen Platz auf dem Fußboden; ja, das war da noch so. Auf jeden Fall dort im Sauerland und besorgten uns dann jeder ein Bier.
Die eine Band hatte aufgehört und sofort fing an der anderen Seite eine andere an zu spielen.
Auch die sind mir bis heute unbekannt geblieben und wir bewegten uns nicht von der Stelle.
Ich kann mich nicht mehr an irgendwas erinnern was da überhaupt geschah, ich weiß nur das ich alles SUPER DUPER fand.
Ich meine, wir waren so toxisch das Luftholen schon eine absolute Sensation war.
Dann kam es.

ES!

Auf der Bühne, vor der wir saßen, hatte sich eine Band breitgemacht, deren Namen mir bekannt war. Ich wusste aber nicht was die spielten. Es war “Novalis“ eine Schlaubergerband mit Merkrock und tiefen Inhalten.
Eigentlich nicht so mein Gelände.
SchmetterlingIch kann mich beim besten Willen nicht an Gesichter, oder Musik erinnern, nur an diese eine Textzeile:

“Wer Schmetterlinge lachen hört, der weiß wie Wolken schmecken….!“

Ich dachte damals: „Wow, das ist es“ Wahnsinn !!“
Es durchbohrte mich wie die Injektionsnadel den faltigen Arm von Frau Matuscheck und
mir kam diese Zeile wie die Antwort auf meine Fragen, wie die Antwort aller Fragen überhaupt vor.
Weltumspannend und Universumsweit!
Die Rettung der Menschheit und ihrer Angehörigen!
Ich wollte mich dem Käpt`n mitteilen, aber der schrie und schunkelte mit seinem Bierbecher in der einen, einem Joint in der anderen Hand und ebenso bedienten Narkoopfern um die Wette, so das ich meine übersinnliche Erkenntnis für mich behielt.
Novalis waren fertig; jetzt auch mit ihrem Programm und es bahnte sich eine Pause an.
Wir gingen auf den Kirmesplatz und der Käpt`n wollte nach all „...dem lahmen Zock, jetzt mal so richtig was auf die Lampe!“ haben.
EnterpriseSo gingen wir auf ein Karussell zu, dass den Namen „Enterprise“ trug und setzten uns in eine der zahlreichen Gondeln, die an einem riesigen Rad befestigt waren.
Man saß in Fahrt, oder Flugrichtung, hintereinander und die Gondel war durch ein Chromrohrgitter geschlossen.
Es war die Gondel zur Hölle, sage ich euch.

Ich saß hinter dem Käpt`n und wer das nicht erlebt, oder auch nur gesehen hat, kann sich nicht vorstellen was das heißt auf Narko solch einen Flug, mit solch einem Käpt`n zu machen.
Das Rad kam langsam in Fahrt, dabei wurde die Gondel von der Fliegkraft fast in die waggerechte gestellt. Dann aber erhebt sich das Rad an einem Arm und der ganze Flug geht senkrecht und Überkopf -Rasend schnell! Immer rum! Bim, Bam, Bum! Bim, Bam, Bum!
Dabei lief brüllend, Trommelfellzerfetzend laut:

Manfred Mann`s Earthband: – „Dave is on the Road again
(„David hat den Führerschein wieder.“)

Immer wenn ich heute dieses Lied höre, muss ich mich irgendwo festhalten.
KäptnDer Käptn hat so vor Vergnügen geschrieen, dass der ganze Kirmesplatz unsere Reise in den Sauerlandhimmel mit größtem Vergnügen verfolgte.
Ich dachte nicht mehr. Ich fühlte nicht mehr. Ich war ganz Angst und Entsetzen!
Endlich, endlich, endlich, hielt die Enterprise ganz langsam und ich wollte nur noch raus auf den sicheren Boden.
Da wiederum hatte ich die Rechnung ohne den Space Käpt`n gemacht.
„Neeieieieieieiennnn, wir fahren noch mal! Der nackte Wahahahahansinnnn Stefffaaan, stell dich doch nicht so an
Er hielt die Chromgitter zu und ich saß halbtot in dem hinteren Sessel als die „Enterprise“ zum erneuten Start ansetzte.
Jetzt spielte der Kirmesmann an der Kasse:

BACHMAN TURNER OVERDIVE – BA, BA, BABY, YOU AIN`T SEEN NOTHING YET!

Unfähig mein Schicksal in die eigene Hand zu nehmen, hörte ich jetzt nicht nur die Schmetterlinge lachen, dass könnt ihr ruhig glauben.
Ich erspare mir jetzt den näheren Bericht über den zweiten Flug, aber ich glaub, nach der vierten Runde, habe ich auf dem Kirmesplatz Frau Matuscheck gesehen, die mir die Zunge rausstreckte.
Zurück im Zelt lagen wir mit einer Horde angeknallter Leute vor der kleineren Bühne auf der jetzt Gary Moore mit einer angegrauten Band auftrat.
Ja, dieser Gary Moore! Ich glaube es handelte sich um „Kolosseum“. Der Mann spielte wie ein vom Wahnsinn besessener. Ich bin kein Fan, aber der kann wirklich Gitarre spielen.
Am besten fand ich noch sein Outfit; er hatte eine goldene Lederjacke an und ein Tee Shirt, auf dem stand „Fuck & Shout!“

Wir haben alles überlebt und sind dann auch wieder nach Hagen gekommen. So wie immer. Am nächsten Tag kaufte ich die Platte von „Novalis.“
Ich habe sie nur einmal gehört und mich dann ein bisschen dafür geschämt, das ich dieses Schmetterlingslied gut fand.
Es war der Beweis das Drogen das Hören oft negative beeinflussen.

Nüchtern war der Zauber verflogen.
Die Musik war indiskutabel.
Die Zeichen der Zeit waren andere.

Heute, 30 Jahre, oder über 30 Jahre später bin ich im Internet auf den Text des Schmetterlingsliedes gestoßen und es ist nicht, wie seiner Zeit vermutet, von dem Dichter Novalis, sondern von Carlo Karges; unserem Carlo Karges, mit dem ich schon ein paar Jahre später eine Platte aufnehmen sollte, die mein ganzes Leben auf eine Flugbahn bringen würde, gegen die der Flug mit der „Enterprise“ eine Schiffschaukeltour mit halber Kraft war.

Ich habe das Gedicht, denn das war es wohl, dann noch mal gelesen und ich fand es einfach nur schön.
Vor dem Hintergrund der Ereignisse, die in den vielen Jahren zwischen dem ersten hören und Heute stattgefunden haben, klingt vor allen Dingen die letzte Strophe stark in mir nach.

Manchmal kommen sie zurück; diese unendlichen Weiten.

Nuerseltrinken im Madison

April 29th, 2009 by St.Kleinkrieg

Es waren wilde Zeiten ; die Anfänge unserer Band. Das hat bestimmt jeder von euch schon gehört. Vieles gerät auch immer mehr in Vergessenheit und manches, ist auch gar nicht wert, so erinnert zu werden, wie ich euch das hier zumute. Aber ihr sitzt ja vor dem Computer und lasst Gottes schöne Welt per Pixel auf eure Netzhaut strahlen, dann könnt ihr auch eine kleine Zeitreise mit mir unternehmen; nicht wahr?

Gut, wir bewegen uns in das Hagen der 80ger Jahre und besuchen den Probenraum der Gruppe Extrabreit.
Nach vielen Übungsräumen hatten wir nun eine Heimstadt gefunden, in der wir uns recht wohl fühlten und was noch wichtiger war, die wir 24 Std. frequentieren durften; am Ende der Sedanstr. Oder am Anfang je nachdem aus welcher Richtung man das Industriegebiet befährt.

Es war ein altes Gebäude der Bundesbahn, dass von einem Taxiunternehmer angemietet war. Der Mann war uns wohl gesonnen und hatte uns einen Teil des Etablissements zu einem vernünftigen Preis vermietet. Hier probten wir geraume Zeit und jetzt wo ich so daran zurück denke, fällt mir auf, dass wir diesen Proberaum mit Nopsy Laumann und auch nach Kai`s Wiedereintritt hatten. Welcher Sänger aber zum Zeitpunkt dieser Geschichte aktiv war, ist mir nicht mehr geläufig.

Der Proberaum sah fast wie ein Studio aus.
Mit sehr viel Fantasie. Die hatten wir!
Wir hatten auch vor uns ein solches einzurichten, aber es sollte bei dem Vorhaben bleiben.
Es handelte sich um 2 Räume. Ein kleiner, die „Regie“ und ein größerer, der „Aufnahme-“, sprich; Proberaum. Und eine eigene Toilette war auch dabei. Unbezahlbar!
Die „Regie“ war mit einem Fenster versehen worden. Das war die einzige Umbauarbeit die wir bewerkstelligt hatten

Halt; Rolf hatte, dass muss man ihm hoch anrechnen, die ganze Bude tapeziert und der Proberaum sah wirklich manierlich aus. Er hatte auch ein Teppichmosaik entworfen; was er aber ehrlich gesagt, nur alleine gut fand.
Mit Nopsy LaumannMan sieht es hier in einer Aufnahme mit der Band. Es ist das einzig erhaltene Gruppenphoto mit Noppsy Lauman.

Es diente aber der Tonqualität des Raumes und wurde deshalb akzeptiert.
Der „Regieraum“ war mit einer Tapete ausgestattet, die jedem Bordell zur Ehre gereicht hätte.
Leopard oder Tiger. An das genaue Tier kann ich mich nicht mehr erinnern, glaube aber ;Leopard.

Es standen jetzt, nachdem wir den Plan „Studio“ aufgegeben hatten 2 alte, mit dunkelbraunem Cordüberzug versehene Sofas darin.
Möbelruinen der 70ger. Wären heute Megacool!

Ich habe auch das ein oder andere Mal dort genächtigt. Gruselig, sage ich euch.
Aber wir hielten uns eigentlich immer nur in dem Aufnahmeraum auf, weil in der kalten, feuchten Jahreszeit hier ein Öloffen war, der einigermaßen für Wärme sorgte.
Während wir hier nun jeden Tag an unserer Perfektion feilten, freuten auch wir uns, wie alle anderen arbeitenden Bevölkerungsteile, auf das Wochenende.

1.)weil wir da meistens Gigs hatten und das brachte immerhin ein bisschen Geld.
2.)wenn nicht, gingen wir abends ins Madison!

Wenn zweitens angesagt war, fuhren wir nach der Probe, mit Hunters oder meinem Auto zur Disco und machten da den „Larry“, wie es damals hieß.
Das Madison war die Mordsmäßig angesagte Diskothek, die zu unseren Stammlokalen zählte.
Ich bin ja etwas aus dem Geschehen raus, aber meine Neffen erzählen mir, dass es auch heute in Hagen nur eine Disco gibt, die von Bedeutung ist. So war das Anno 1980 auch. Deshalb war Hagen ja auch als „Onediscotown“ berühmt, berüchtigt. Das war schon in den 70gern so. Es rannte immer nur ein Laden.

Zurück nach 80 und ins Madison.

Wir kannten das Personal, den Türsteher und die wechselnden DJ`s. Meist brauchten wir keinen Eintritt zahlen und etwa ein Jahr später hatten wir ein eigenes Regal, auf dem unsere eigenen Whiskyflaschen mit Namensschild standen.
Tja, Ruhm verändert alles!
(Ich glaube da hieß der Laden auch schon anders. Richtig, Hype! Passender ging es nicht. Aber die beste Zeit war im Madison.)
Es ist immer wieder abgefahren darüber nachzudenken:
Wir spielten die gleichen Lieder, nur kannte diese noch keiner so wirklich. Wir fanden die ja schon immer gut, aber dann sagte die Öffentlichkeit. “Jau, die sin` gut!“ und Bums; eigenes Regal, mit eigener Whiskyflasche; mit Namensschild!
Die Welt ist manchmal so albern und so schön!

Aber bis dahin sind es noch ein paar Monate, die einem im Rückblick wie Jahre vorkommen.

Wie singt Kai in: „Der letzte Schliff“? „....eine Woche war wie ein Jahr!“
Selten wahrere Worte über diese Zeit gehört.
So war es und wird es bleiben!
(Ich muss die Jungens doch mal eindringlich befragen, ob wir die Nummer nicht mal wieder spielen sollen.)

Wir gingen also nach der Freitäglichen Probe gutgelaunt ins Madison, um uns einen schönen Abend zu machen.
Das wir das konnten lag; trotz andauernden Geldmangels, an der genialen Trickbetrügerei die wir zu unserer Freude erfunden hatten: Dem Nürseltrinken!

Melodien meines Lebens

Spezialisten waren in dieser Disziplin; Hunter und ich . Ob die andern das überhaupt gemacht haben, weiß ich gar nicht.
Beim Nürseltrinken wird man zwangsläufig immer mutiger und landet hinterher mit etwas Glück absolute Volltreffer, in Form von „Frischgetränken.“

Nürseltrinken für Anfänger:

Ein Mann/Frau steht mit jemandem an der Theke und unterhält sich, vor ihm/ihr, Zigaretten, Getränk, Feuerzeug und so weiter. Als Fachmann weiß man, an der augenfälligen Beschaffenheit des Getränkes, abzuschätzen um was es sich handelt. Wodka Lemon, Gin Tonic, Campari Orange, u.s.w..
Mein Favorit zu dieser Zeit war Gin Tonic. Man trifft seine Wahl! Und leitet den Rauschdiebstahl geschickt, unauffällig ein, in dem man sich an die Person drängelt und in einem unbeobachteten Augenblick das Glas, mit dem auserwählten Stoff, nimmt und rasch leert.
Gluck, Gluck, Gluck und weg.
Das hier imitierte Geräusch des Schluckens, soll auch anzeigen, dass die bevorzugten Nürsel natürlich nur aus mal angenippten Gläsern waren, sogenannte „Speichelpfützen“ standen nicht auf dem Speisezettel.
Sollte, was wirklich so gut wie nie passierte doch mal einer sagen:
“Eh, das war mein Gin Tonic!“ , so sagte man mit dem größten Bedauern:
„Oh Alter, tut mir leid; wo ist denn meiner?“
Dann dreht man sich suchend, forschend in den Raum und taucht im Volk unter.
Bei einer Dame ließ man das „Oh Alter,...“ weg.
Oder wenn die bestohlene Person fragt:
„Wo ist denn jetzt mein Glas?“
Entrüstet antworten:
„Gute Güte, woher soll ich das denn wissen?“
Auch bei dieser unverschämteren Variante ist ein Standortwechsel sofort zu empfehlen.

Das war reinrassige Nürseltrinken, ohne doppelten Boden.
Eine Art Promille Raub.

Wenn man aber geschickt ist, kann man sich sogar hinter dem Rücken der Getränkebesitzer zuprosten und allerlei Unsinn machen.
Nürsel wegzischen und sich dann noch eine Zigarette aus der Packung klauen und den Typen nach Feuer fragen, gehörte zur Königsklasse.

Frischgetränke nuerseln„Frischgetränke“ Nürseltrinken, ist schwieriger und kann auch nach hinten losgehen.
Man sollte auf jeden Fall soviel Geld dabei haben, um im Falle des Entdeckt werden, ein neues Getränk kaufen zu können:

„Ist mir mehr als unangenehm, ich bestell dir sofort Ersatz!“
„Entschuldigung, ich dachte das wäre meiner!“
„Oh, Pardon, ich dachte der wäre mir jetzt von meinem Kollegen gesteckt worden!“

So, oder ähnlich wurde dann geschleimt.
Aber das ist so gut wie nie passiert, denn man war ja durch das vorhergehende „Reinrassige Nürseltrinken“ so duhn, das keiner mehr reklamierte.

Frischgetränke Nürseltrinken:
Man geht zu zweit auf einen Gast los, der justaamentee seine Bestellung erhalten hat. Supertyp 1 fragt von der Seite nach der Uhrzeit, oder irgend einer anderen Aufmerksamkeit ablenkenden Sache, während Supertyp 2 das „Frischgetränk“ Ext!

Das leere Glas ist alles was zurückbleibt!

So sehen Sieger ausAlle!
Dschinghis Khan kommt nach Hause und alles ist alle!

In den frühen Morgenstunden haben wir dann auch immer der Musik zugehört.
Manche DJ`s waren echt gut und spielten die Titel die wir liebten.
Aktuelle Scheiben, aber auch Stones und Glam aus den frühen 70gern.
Dann haben wir uns immer schön angeleuchtet in eine der Sitzmuscheln zurückgezogen, mit einem Bier, dass uns eine der Bardamen geschenkt hatte.
Sie wollten uns nach einiger Zeit nicht mehr am Tresen sehen.

Viele Gäste konnten sich das verschwinden ihrer Getränke nur mit dem Umstoßen der Gläser erklären; so geschickt waren wir.
Wir waren wie so Vampire an Bord eines Schiffes, man weiß da was, verdächtigt auch jemanden, aber man weiß nix genaues, außer das alles immer weniger wird.
Das fiel dann, unschöner Weise, irgendwie auf die Bardamen zurück.
Mädels; ich hoffe ihr hattet keinen Ärger.
Heute würde ich das nicht mehr machen, schon aus hygienischen Gründen.
Es würde auch gar nicht mehr funktionieren.
Ich war vor kurzem mal in einem Club.
Rauchen verboten.
Alle wissen kaum was sie mit den Händen tun sollen, deshalb halten sie die ganze Zeit ihr Glas fest.

Keine Chance für Nürseltrinker!

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Meine sehr verehrten Damen und Herren Spitzenblogbesucher,
hören Sie hier die klagende Melodie eines Sängers der, über all den Unbill des Lebens nicht verzweifelt, sondern alles glasklar auf sich zukommen sieht.
Krankheit, Arbeitslosigkeit, soziale Verelendung…...Freitod!

Scherz beiseite:
Hier präsentiert von APSE-Brasil
im Rumpelfreinen Royal Stereoton:
St.Kleinkrieg mit:
WER WIRD DENN WEINEN?

Den Lebenden Zur Mahnung

Lesen Sie die Geschichte und hören Sie gleichzeitig den dazu hergestellten Soundtrack!
Wenn Sie dann mit der Maus das Bild schnell rauf und runterbewegen ist das fast ein Actionfilm
HA, HA, HA!

ENJOY!
Ihr ergebener
Benito M. Ussolini
(Head of Monkey Bussines)

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Mein letzter Arbeitstag oder DING DONG

April 22nd, 2009 by St.Kleinkrieg

Hallo liebe Leute!
Hat der denn gar nix zu tun? Erst kommt jahrelang keine Geschichte und jetzt hetzt er sein krudes Zeug in unsere Wohnstuben!
Ja, das werden einige von euch so denken. Andere werden sicherlich milde amüsiert ein kleines Lächeln auf dem Gesicht haben, einen kleinen Luftstüber aus der Nase stoßen und sagen:

„ Ach Gottchen, der Kleinkrieg, sitzt er wieder mal in den Trümmern seiner Karriere und erzählt Geschichten vom Krieg!“
Damit wollen sie sich aber nur selber ein wenig erhöhen, was ja zur menschlichen Überlebenstaktik gehört und auch nicht so schlimm ist, weil mir solche Leute gelinde gesagt am Arsch vorbeigehen.

Ich sage euch, es gibt nichts schlimmeres als….......................!
Halt; beinahe wäre es passiert und ich hätte gegen einen eisernen, ungeschriebenen Grundsatz dieses Spitzenblogs verstoßen und niedere Lebensformen kritisiert, die auch nur ihr Dasein auf höchst kümmerliche, unehrenhafte Weise fristen.
Schluss damit, bevor es beginnt!

Aber es gibt bestimmt auch feine Zeitgenossen in der weiten, wunderbaren Welt, die sich ein wenig zerstreuen lassen wollen, für die ist diese Episode aus meinem Leben!

Mitgekriegt? weite wunderbare Welt – www. Tja, Schalalalalaubergerweb!

DING DONG !!

Was ich heute zum Besten geben werde, ist eine kleine Geschichte aus der großen Zeit, als der Sprit noch knapp eine Deutsche Mark kostete und Musik noch einen anderen Stellenwert in der Gesellschaft und für uns alle hatte. WWW war höchstens die Abkürzung für:

„Willi will Wodka”

Melodien meines Lebens

Wir rücken zurück in das Jahr 1980 und zwar in die kalte Jahreszeit.
Es war dunkel draußen und ich ging mit einem leichten Kater und flauem Magen, in Richtung Egge, einer kleinen verträumten Strasse meiner Elterlichen Wohngegend, wo ich den Abend zuvor mein Auto abgestellt hatte. Einen alten Ford Taunus. Was für ein Modell ist mir entfallen, aber es war ein 4türer und hatte zu seiner oberginfarbenen Metalliclackierung ein antrazythfarbenes Vinyl Dach.

Todschick!

Die Parkplatzwahl hatte ihren tiefen Grund. An dem Fahrzeug war die elektrische Startmöglichkeit kaputt, aber wenn man ihn anrollen ließ, sprang er sofort an und die Egge war eine kleine, sehr steile, nicht häufig frequentierte Strasse. Ideal für mein Problem. Anspringen musste er, denn ich war auf ihn angewiesen, um zur Arbeit zu gelangen.

Mein Job war; Auslieferungsfahrer für ein Hagener Dekorationsmittelgeschäft und ich war Tag für Tag mit einem 3 1/2 Tonner auf den Strassen; hauptsächlich im Ruhrgebiet, aber auch manchmal ins benachbarte Holland und Belgien; unterwegs, um Dekorartikel, Preisschilderbedarf, Ensopappen und allerlei Werkstoffe für Schaufenstergestaltungen, aber auch zirka 15 Kilogramm schwere Papierrollen für Bäckereien zuzustellen.

Diese Papierrollen sind in den Bäckereien immer auf einer Abrissvorrichtung angebracht und ich hätte niemals einen Gedanken an sie verschwendet, wenn das Leben, dass ja oft unberechenbar ist, mich nicht auf diese unwürdige Art und Weise mit ihnen zusammengebracht hätte.

Ihr kennt alle dieses Papier mit dem die Backwarenfachverkäuferinnen die Papptabletts auf denen die „Teilchen“ liegen geschickt einschlagen. Der Name der Bäckerei ist meist darauf gedruckt und manchmal auch blasse, blaue, rote, oder rosa Farbstreifen. Auch eine Art Comiczeichnung, von einem dicken Bäcker, der sich mit der einen Hand den Schnurrbart zwirbelt und die andere ausladend, einladend dem Betrachter entgegen streckt. Das alles ist eine Art Muster das sich alle 30 cm wiederholt
.

(Ich hoffe ihr wisst jetzt was ich meine. Ich kann nicht mehr!)

Da die Firma, für die ich der Ponyreiter war, diese Rollen wohl sehr günstig herstellte; oder vertrieb, war dieser Artikel ein Stück des Kerngeschäfts, also immer in rauen Mengen auf meinem Laster und ich verbrachte eine niemals zurückzuholende Lebenszeitspanne damit, diese Scheiß Rollen in beschissene Bäckereinen zu schleppen.
Ihr könnt mir glauben, ich habe sie gehasst, diese Papierrollen und selbst heute, fast 30 Jahre nach dieser demütigenden Erfahrung, legt sich ein Schatten auf meine Laune, wenn ich die Verkäuferin einer Bäckerei dieses Papier im großen Bausch abrollen sehe.

Was hatte mich aber in diese grässlich Lage gebracht?

Was zum Teufel war da falsch gelaufen?

Ich hatte mir doch gerade den Lebenstraum Nr. Uno erfüllt; oder der guten Ordnung halber, er war mir erfüllt worden und eine Langspielplatte mit meiner Band aufgenommen.
Es gehören ja immer mehrere zu einem solchen Unterfangen.
Ja, mir war schon damals klar, dass dieses Ding der Heuler war, sozusagen der Burner, aber der Rest der Bevölkerung und sogar die eigenen Bandmitglieder waren da anderer Meinung.

So hatte Carlo Karges direkt im Anschluss an die Aufnahmen zu „Ihre größten Erfolge“ die Band aus finanziellen Gründen verlassen. Wir waren ja erst gerade in den Klauen der Musikindustrie und unsere Einnahmen tendierten so was von in Richtung Null, dass ein Mann wie Carlo, der schon lange wirklich professionell Musik machte, es sich beim besten Willen nicht leisten konnte, diese Aufbauphase der Band mitzumachen. Seine Abschiedsworte an mich waren:

„Ihr werdet schon schnell einen Gitarristen finden der das gut machen kann. Ihr habt ja durchaus eine Zukunft zu bieten. Ich darf mich empfehlen und verabschieden und gehe nach Berlin, wo ich mit Ulla Meinecke eine Tour vorbereite. Mach`s gut!“ – Ich habe ihm dann noch in so eine Silberbrosche, die einem Namensschild ähnlich sah, dass mit diesen Weinlaubverzierungen umschmückt war, „EXTRABREIT“ gravieren lassen und ihm auch alles Gute gewünscht.

Er war ein feiner Kerl und ein exzellenter Musiker. Ich habe ihm; rückblickend, mehr zu verdanken, als ich es damals in der Lage war abzuschätzen. Wir haben uns dann noch oft in Berlin und Weitweg gesehen und über Musik und Gott und die Welt geplaudert. Er hat dann alles, was man sich wünschen kann, in der Popmusik erreicht und auch wieder verloren. – Das alte, klassische Spiel des „Lottokönigs“! Bei einem Kleinkrieg Gig spielte er auch mal mit.

RIP Carlo!

Kai Havaii verabschiedete sich dann auch kurz nach Carlo. Seine Gründe entnehmt bitte seiner Autobiographie „Hart wie Marmelade“, die den Lesern auch dieser Einrichtung, ein Begriff ist.

Käptn Horn war schon während der Aufnahmen zu „Ihre größten Erfolge“ durch Rüdiger Braune ersetzt worden und Rolf Möller saß jetzt hinter der Schießbude.
Wir waren schon durch die Zwischenphase des Wiedereintritts von Piet Wortmann und hatten uns von diesem und Ralf Teuwen verabschiedet.

„Das Karussell geht immer rundherum…..!“
Zum Zeitpunkt dieser Begebenheit spielten wir in der Besetzung: Hunter, Public, Rolf Möller, Stefan Kleinkrieg, Laui Laumann.

Mir fällt gerade auf das ich 3 Ehemalige aufgezählt habe, die nicht mehr am Leben sind.

RIP Hunter RIP Pete RIP Carlo

Das hat aber alles nichts mit dieser Geschichte, die ich eigentlich erzählen will, zu tun. Ich schweife nur zu gerne in die Anfänge ab und ihr seht, dass meine Gedanken immerzu bei dieser Band sind. Dieser Band; die mein und das Leben der hier erwähnten Personen, mehr bestimmt hat, als wir es uns je hätten vorstellen können. Kurz, es lief nur der Stromzähler.

So musste ich, um an schnöden Mammon zu kommen, eines Tages diesen Job machen zum Überleben.
Ich wohnte mal hier und mal da. Manchmal auch ein paar Tage, so wie zum Zeitpunkt dieser Ereignisse bei meinen Eltern, aber es war mir unangenehm ihre Fragen zu beantworten: „Na, was macht den Extrabreit? Wärst du besser im Kaufhof geblieben. Das wird doch nichts. Man hört ja so gar nichts von euch.“

Der Ford war angesprungen und ich fuhr zu der Garage, in der dieser LKW vollbeladen auf mich wartete.

Das Angenehme an diesem Job war, dass man sich seine Arbeitszeit selbst einteilen konnte. Ich konnte anfangen wann ich wollte und wenn ich schnell fertig war, kam ich wieder in das Lager, belud die Karre anhand der Lieferscheine mit der vorbereiteten Ware und konnte mich dann verpissen. Ideal für einen Musiker. Auch auf dem Firmengelände gab es einen kleinen Hügel von dem ich den Ford starten, beziehungsweise, anrollen lassen konnte. Tip Top!

An jenem Morgen war die Karre voll bis unters Dach und ich wusste das dieses wunderbare System der freien Zeiteinteilung, bei allem Glück das es gibt, heute versagen würde.
Es sah verdammt nach einem langen Tag aus.
Ich muss noch bemerken, dass ich den Abend vor diesem Tag das Fahrzeug nicht selber beladen hatte, sondern ein sehr netter Kollege, dessen Name mir in den knapp 30 Jahren entfallen ist.
Es waren Bäckerrollen, Bäckerrollen, Bäckerrollen

Mein Horrorartikel.

Ich karriolte also mit meiner papierenen Fracht durch das Münsterland und Ruhrgebiet und lud in elenden Käffern, die ich nie wieder danach sah; in elenden Bäckereien, diese Papierrollen ab, die dann als Einschlagpapier für „Teilchen“ auf einem Papptablett gebraucht wurden. Habt ihr in eurem Leben mal von einem Job gehört der wichtiger war?

JA! ( ) NEIN! ( )

Hier waren es mal 4 Rollen, mal 3 u.s.w., ganz unterschiedlich. Es lag wohl am Stauraum den die Bäckerei hatte und am Volumen des Verkauf. Manche fuhr ich in den knapp 6 Wochen, die ich diesen Job hatte, 3mal an, andere besuchte ich nur ein einziges Mal. So wie diese Bäckerei, die der Knackpunkt dieser Geschichte ist und welche die Geschehnisse einleitete, die dann zur Beendigung meines Arbeitsverhältnisses führten. Übrigens des letzten Bürgerlichen; was ich nicht ohne Stolz verkünde!

Ich sah auf den Lieferschein und traute meinen Augen nicht; Bäckerei Krümelmonster hatte 38 Rollen Papier bestellt und ich stand direkt vor ihr, um zu liefern.

„Guten Tag, Firma Schnattelhuber! Ich habe hier eine Lieferung Einschlagpapier. 38 Rollen, wo sollen die hin?“
„Mal langsam, junger Mann! Sie sehen doch das ich hier noch beschäftigt bin. Ich komme gleich auf Sie zu!“ sagte eine, mir als absolut unsympathische Kackbratze im Gedächtnis gebliebene, Bäckereifachverkäuferin.
Ich wartete ungehalten ca. 20 Minuten. Immer wenn sie von ihrer „Beschäftigung“, dem zusammenrechnen von irgendwelchen Zahlen aufsah und fertig zu sein schien, kam wieder so ein Kuchenjunkie aus der Umgebung und orderte Bienestich und ähnliche „Teilchen“.

Dann aber sagte sie mir, als ob es eine Gnade wäre:
„Der Opa ist ja jetzt tot und wir haben im 2ten Stock sein Zimmerchen als Lager vorgesehen. Bringen Sie die Rollen alle da hoch!“

2ter Stock! 38Rollen! Jede 15Kilo!

MAHLZEIT!

Ihr könnt euch jetzt ein Bild machen von dem frühen Feierabend und der Probe, die ich eigentlich mit den „Breiten“ abhalten wollte.
Ich wuchtete die ganze Scheiße in den 2ten Stock, in des toten Opas; der 2000 % tiger Zigarrenkettenraucher und auf jeden Fall Bettnässer gewesen war, altes Zimmerchen und stapelte die papierene Fracht in dem neuen „Lager“ der unsympathischsten Backwarenfachverkäuferinn des gesamten Universums. Als ich fertig war und ich meine, „Fertig“, sagte sie zu mir: „Ich habe Ihnen hier ein bisschen Gebäck vom Vortag eingepackt. Auf Wiedersehen!“

Ich hatte eine M65 (Armeefeldjacke) an, die Kutte war durchgeschwitzt und hatte den Geruch des „Lagers“, also Opas letzter Zuflucht, dem Zimmerchen, für immer angenommen. – Ich habe sie später weggeschmissen

Das Geschenk der Bäckersfrau war ein aus der Tüte herausragender Mohnstriezel, der meiner fachmännischen Meinung nach, vom Vor – Vortag war und es war auch schon nach 16:00h. Also ein drei Tage alter staubiger Augenwischer. Mit Mohnstriezeln kannte ich mich zu der Zeit bestens aus.

Ich schwieg und ging aus dem Laden, die 3 Stufen runter, auf den Vorplatz.

Neben dem Eingangsstufen war ein Gitterpapierkorb als Abfalleimer, der bollerte ein bisschen, als ich den steinharten Mohnstriezel hineinpfefferte. Ich bestieg meinen LKW, glühte den Diesel vor und quälte mich durch die Landstrassenlandschaft des Münsterlandes. Es waren ja noch Jahrzehnte abzuwarten, ehe es Navigationsgeräte gab.

Als ich endlich die Firmengarage erreicht hatte, kam der nette Kollege, dessen Name mir entfallen ist, auf mich zu und sagt: „Klein, sofort zum Alten. Dicke Luft!“ Ich erspare mir persönlich und euch jetzt die demütigende Strafpredigt des „Alten“ aber es ging um den Striezel und zwar deutlich. Die Kackbratze hatte den Schmetterwurf gesehen, fühlte sich in ihrer Großzügigkeit nicht recht gewürdigt und hatte mich bei der Geschäftsführung denunziert.

Ich kam zurück in die Garage und der nette Kollege half mir die Karre zu beladen. Diesmal waren keine Rollen dabei und anhand der Ladeliste würde ich am nächsten Tag früh Feierabend machen können.

Ich war so sauer ob der Vorkommnisse, dass ich wohl die Ladetür des LKW nicht richtig zugemacht habe.

Der TatortAm nächsten Tag sah ich im Rückspiegel, die Last die ich geladen hatte, auf der Boeler Kreuzung, Schwerterstr. / Dortmunderstr., liegen. Es waren mehrere Kartons mit Papptellern, die alle durch meine forsche Fahrweise von der Ladefläche, durch die unzureichend gesicherte Ladetür geschleudert wurden und beim Aufprall auf die Strasse, aufgeplatzt waren.

35.000 Stück !

DING DONG

Ich fuhr einfach weiter und wurde später von der Polizei gestoppt.
Ein Feuerwehrräumkommando musste die Kreuzung sperren und die Waren einsammeln.

Die Versicherung hat beanstandungslos gezahlt.

Es war mein letzter Arbeitstag.


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